Hochriskante Droge

41-Jähriger starb in Rostock an Überdosis Schmerzmittel

Schock in Rostocker Plattenbausiedlung. Eine Leiche wurde gefunden. Der Mann hatte offenbar Fentanyl missbraucht.
Die Polizei ermittelte am Freitag im Rostocker Stadtteil Dierkow. In einer Wohnung war ein Toter gefunden worden.
Die Polizei ermittelte am Freitag im Rostocker Stadtteil Dierkow. In einer Wohnung war ein Toter gefunden worden. Stefan Tretropp
Rostock

Ein 41-jähriger Mann ist am Freitagvormittag in einer Rostocker Plattenbauwohnung tot aufgefunden worden. Da der unnatürliche Tod viele Fragen aufwarf, war die Kripo über Stunden am Einsatzort im Stadtteil Dierkow mit den Ermittlungen beschäftigt. Nun kam raus: Das Ableben des Mannes ist auf einen Medikamentenmissbrauch zurückzuführen.

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Wie die Polizei mitteilte, entdeckte die geschiedene Frau den Leichnam des 41-Jährigen gegen 9 Uhr in dessen Wohnung im Kurt-Schumacher-Ring und verständigte die Polizei. Ein hinzugerufener Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Anschließend begannen die Ermittlungen der Kriminalpolizei.

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Der 41-Jährige war der Polizei hinlänglich aus Straftaten im Zusammenhang mit der Einnahme von Drogen bekannt. Im Rahmen der Ermittlungen stießen die Kriminalisten auf die mutmaßliche Todesursache. Der Missbrauch von Schmerzmitteln soll dem Mann zum Verhängnis geworden sein.

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Genauer gesagt: Er soll das Schmerzmittel Fentanyl derart zu Rauschzwecken benutzt haben, dass er daran starb. Der Wirkstoff wird nur bei besonders starken Schmerzen verabreicht. Allerdings wird das Mittel, das es in Form eines Pflasters gibt, seit mehreren Jahren auch immer mehr zu Rauschzwecken missbraucht. Das Risiko für Überdosierungen ist besonders hoch.

Fentanyl-Missbrauch nimmt zu

Die Pharmazeutische Zeitung warnt vor steigendem Fentanyl-Missbrauch. „50 mal stärker als Heroin und 100 mal stärker als Morphin”, berichtete die Zeitschrift der Deutschen Apotheker in ihrer Online-Ausgabe. Suchtkranke würden sich mitunter gebrauchte Fentanyl-Pflaster beschaffen und auskochen, um die Restmengen zu lösen.

Drogenabhängige würden den Wirkstoff als Ersatz für Heroin und sonstige Opioide nutzen. Manche würden Heroin mit Fentanyl extra anreichern. Einige Dealer würden aus Profitgründen wiederum Heroin mit Fentanyl strecken.

Besonders riskant und gefährlich

Die jeweilige Potenz von angebotenem Fentanyl sei für Konsumenten nicht erkennbar. Das mache den Wirkstoff besonders unberechenbar und gefährlich.Wie kommen Drogenabhängige in Deutschland an das verschreibungspflichtige Schmerzmittel? Da gebe es verschiedene Möglichkeiten – vom illegalen Bestellen im Darknet bis zum Durchsuchen von Mülleimern in Pflegeheimen. Es solle sogar schwarze Schafe unter den Pflegediensten geben, die noch wirksame Pflaster bewusst nach kurzer Zeit den Patienten abreißen und veräußern oder sogar neue Pflaster verschwinden lassen. Aber auch "Ärztehopping” von Drogenabhängigen, die ein Rezept erhalten wollen, sei üblich.

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Für Pflegeheime, Apotheken, Krankenhäuser, Arztpraxen und andere medizinische Einrichtungen gebe es strenge Regeln und Nachweispflichten zum Umgang mit dem Schmerzmittel. So sollen die Pflaster in den selben Behältern wie für Spritzen und Kanülen gesammelt und entsorgt werden. Grundsätzlich sollten Pflaster mit den Innenseiten zusammen geklebt werden. In Privathaushalten sollten sie zusätzlich in feuchtes, neutrales Papier wie eine alte Zeitung eingewickelt und über den Hausmüll entsorgt werden, am besten erst kurz vor der Abholung des Restmülls. Auf keinen Fall dürften Schmerzpflaster über die Toilette entsorgt werden.

Die Polizei geht in ihren Ermittlungen nicht von Fremdverschulden oder einer suizidalen Absicht aus, vielmehr soll es sich um einen Unfall gehandelt haben.

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Kommentare (2)

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