Cyber-Grooming
41-Jähriger wegen Internet-Übergriffen auf Kinder verurteilt

Ein Mann aus Ribnitz-Damgarten hatte über Instagram und WhatsApp gezielt Kontakte zu Kindern im gesamten Bundesgebiet gesucht.
Ein Mann aus Ribnitz-Damgarten hatte über Instagram und WhatsApp gezielt Kontakte zu Kindern im gesamten Bundesgebiet gesucht.
Jochen Lübke

Ein Mann aus Ribnitz-Damgarten brachte mindestens 138 Kinder dazu, ihm Nacktfotos zu schicken. Das Landgericht Stralsund verhängte nun eine Haftstrafe.

Das Landgericht Stralsund hat einen 41-Jährigen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann aus Ribnitz-Damgarten hatte über Instagram und WhatsApp gezielt Kontakte zu Kindern im gesamten Bundesgebiet gesucht und versucht, sie dazu zu bewegen, Nacktfotos von sich zu machen, auf denen sie sexuelle Handlungen an sich vornehmen.

Angeklagter gab sich als 13-Jährige aus

Um das Vertrauen der Minderjährigen zu erlangen, bediente er sich einer besonders perfiden Methode, wie das Landgericht Stralsund mitteilte. Demnach hatte er sich als 13-jähriges Mädchen ausgegeben, pornografische Bilder eines Kindes übersandt und sich gegenüber den Kindern als hässlich bezeichnet. In der irrigen Annahme, die Bilder stammten von einer weiblichen jungen Chartpartnerin, hatten die arglosen Kinder eigene Bilder und Videos zurückgeschickt.

Urteil ist rechtskräftig

Insgesamt hatte der seit Mai in Untersuchungshaft befindliche und geständige Täter in 138 Fällen mit seinem Cyber-Grooming Erfolg. Das Urteil ist rechtskräftig.

Als Cyber-Grooming bezeichnet man das gezielte Ansprechen von Personen im Internet mit dem Ziel, der Anbahnung sexueller Kontakte. Wörtlich kann man es als „Internetstreicheln“ übersetzen. Es steht inhaltlich für die Planungs- und Anbahnungsphase, die einen sexuellen Übergriff durch eine Person auf Minderjährige vorausgeht.