BEIßVORFÄLLE

42 Hunde in MV nach Attacken eingeschläfert

In Mecklenburg-Vorpommern wurden 42 Hunde nach Beißvorfällen oder anderen gefährlichen Angriffen eingeschläfert. In Schwerin wird jetzt über Leinenzwang und die Rasseliste diskutiert.
Carina Göls Carina Göls
Allein die Rasse entscheidet in MV über Gut und Böse eines Hundes. Das könnte sich nach einer Überarbeitung der Hundehalterverordnung ändern (Symbolbild).
Allein die Rasse entscheidet in MV über Gut und Böse eines Hundes. Das könnte sich nach einer Überarbeitung der Hundehalterverordnung ändern (Symbolbild). Dpa
Malchow.

Mit mehr Biss und Tempo solle die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern an die geplante Überarbeitung der Hundehalterverordnung herangehen. Das ist der Tenor einer Stellungnahme des innenpolitischen Sprechers der Fraktion Die Linke im Landtag, Peter Ritter. Hintergrund ist die jüngste Beißattacke eines Hundes in Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), bei der ein Hund und zwei Besitzer verletzt worden waren.

„Ich hatte früher schon mal nachgefragt, auch da hieß es von der Landesregierung, dass noch keine Evaluierung erfolgte. Das Jahr 2020 naht, und die jetzige Verordnung läuft aus. Wann will die Regierung denn anfangen?“, möchte Ritter wissen. In einer Kleinen Anfrage hatte er bereits bis zum 6. März Antworten zur Hundehalterverordnung erwartet. Diese seien aber erst jetzt gegeben worden. „Da scheint der Prozess doch ziemlich zeitaufwendig zu sein“, mutmaßt er.

Rasseliste auf dem Prüfstand

Die Zeit sei knapp. Bis die Landesregierung im Sommer nächsten Jahres die aktuelle Verordnung vom 4.  Juli 2000 außer Kraft setzen und eine überarbeitete Version präsentieren will, müssten schließlich noch etliche Fragen beantwortet werden.

Beispielsweise müsste geklärt werden, ob Hunde der aktuell als gefährlich eingestuften Rassen American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bull Terrier, Bull Terrier sowie deren Kreuzungen wirklich generell als gefährlich gelten. Und wenn ja, mit welcher Begründung sei diese Einstufung erfolgt?

Zudem müsse das Land sich schnellstmöglich zur Abschaffung der „Rasseliste“ in Thüringen positionieren. Dort hatte der Landtag vor gut einem Jahr entschieden, dass Hunde nicht mehr anhand ihrer Rasse in gefährliche und nicht gefährliche Tiere eingeteilt werden. Damit ist hier die sogenannte Rasseliste abgeschafft, die in Thüringen jahrelang kontrovers diskutiert worden war.

Sie habe sich als nicht hilfreich erwiesen, um die Gefährlichkeit eines Hundes abschätzen zu können, heißt es aus Thüringen zur Begründung. Vielmehr sei in einem neuen Gesetz nun das Wesen jedes Hundes das entscheidende Kriterium für diese Einstufung. Die Hundehalter müssten auf diese Weise ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft nachkommen.

Hunde-Attacken in MV

Auf den eigenen Hund aufzupassen, das ist Haltern nicht nur in Malchow mit dem jüngsten Angriff und einer schwer verletzten Hündin misslungen. In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer wieder derartige Vorfälle. Wie aus dem Bericht der Schweriner Landesregierung hervorgeht, wurden in den vergangenen 15 Jahren 42 Hunde „nach Beißvorfällen oder anderen gefährlichen Angriffen“ eingeschläfert.

Darunter waren allerdings nur 18 Tiere von der „Rasseliste“. Die anderen 24 Hunde seien andere Rassen oder Mischlingshunde gewesen, die folglich ebenso wie die „gefährlichen“ auf die eine oder andere Weise „auffällig geworden seien“.

Ein Faktum, das Ritter nach eigenem Bekunden in seiner Einschätzung bestätigt: „Für mich ist klar, dass die Probleme beim Umgang mit Hunden in der Regel am anderen Ende der Leine zu finden sind, nämlich beim Hundehalter. Ob eine solche Verordnung da wirklich das richtige Instrument ist, das darf bezweifelt werden.“

 

 

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Kommentare (6)

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den wenigen Bundesländern, in denen es noch keine Versicherungspflicht für Hundehalter gibt (analog zur Autohaftpflichtversicherung). Wenn nach solchen Beißattacken der Halter nicht genügend Einkommen oder Geldvermögen hat, geht der Geschädigte leer aus. Die Sache geht ja noch weiter, wenn z. B. der Hund sich losreißt und einen Verkehrsunfall verursacht.

aber, sie löst nicht das Problem der aggressiven Hunde.

Ein Hund ist ein Rudeltier, es/er folgt dem Anführer. Die Lösung ist, dem Anführer ins Regress zu nehmen. Mit einer Versicherung führt der Anführer/ Besitzer/ das "Herrchen" / "Frauchen" die Verantwortung an die Versicherung ab.. Das darf nicht sein! Der Anführer, das Herrchen, das Frauchen muss hier zur Rechenschaft gezogen werden. Wenns sein muss, eben auch mit Freiheitsentzug!

Es darf nicht sein, das solche Spinner, mit erkennbar aggressiver Tendenz Tiere besitzen/ halten dürfen, welche eben zu aggressiven Handlungen ausführen!

Aber, mir scheint, als ist das System zu DUMM!!!, hier einzuschreiten....

Das ist aber nur meine persönliche Meinung....

Ich kann meinen Vorkommentatoren nur zustimmen, es passiert viel zu viel, ich möchte nicht wissen wie hoch die Dunkelziffer ist - Vorfälle, die überhaupt nicht bekannt werden. Versicherungspflicht ist ein erster Schritt. Dabei muss auch sichergestellt werden, dass Hundehalter ihre Hunde überhaupt erst mal steuerpflichtig anmelden. Dazu genereller Leinenzwang überall im öffentlichen Verkehrsraum, und zwar mit einer maximal 80 cm langen Leine, und zwar für alle Hunde - egal welche Rasse, Größe usw., also auch für die kleinsten Hunde, auch die können nämlich vor ein Auto bzw. Fahrrad laufen oder Menschen belästigen und auch angreifen. Möchten Hundehalter ihre Hunde frei laufen lassen müssen sie eben dafür sorgen, dass ihnen ein geeignetes eingezäuntes Grundstück zur Verfügung steht. Unbedingt notwendig ist auch ein so genannter Hundeführerschein, ohne Vorlage eines solchen darf sich niemand einen Hund halten! Letztendlich ist es so, wie es im Artikel auch schon steht: Die Hunde können nichts dafür, es liegt einzig am unfähigen, zu oft absolut hirnlosen Hundehalter, weil dieser absolut nichts von Hunden versteht.

Einer hat hier noch gefehlt, der hirnlose.

Ich weiß nicht, ob ein Leinenzwang DIE LÖSUNG ist.... Sicher, es gibt Hunde, welche umherlaufen... Welpen machen dies in jedem Fall.

Ein Leinenzwang mag helfen, wenn dann aber auch bitte mit Maulkorb!!!

Letztentlich ist in jedem Fall die Ursache am anderem Ende der Hundeleine zu suchen. Ein Hund, da Rudeltier, folgt immer seinem Herrn!!!

ANDERE ? Was ? Anbellen ? Aus Spiellust anspringen ? Es handelt sich um eine einzige Hetze von Seiten der Politik, um von anderen Problemen, der es viele gibt, abzulenken.
In Österreich - außer in Wien, wo Rote und Grüne NOCH regieren - gibt es keine Probleme. Beißvorfälle ? Ich bin fünf Mal in meinem Leben gebissen worden. Das erste Mal mit vier Jahren. Weil ich den Hund beim Fressen gestört habe. Mein Großvater hat mir eine Ohrfeige gegeben und DANN wurde ich verarztet ! Später noch vier Mal, am schlimmsten mit drei Wochen Spital in Griechenland. Weil ich dem angeschossenen Hund helfen wollte und mich falsch angestellt hatte. Noch dazu ein Wildhund, der vom Menschen sicher nichts Gutes erlebt hatte.
Zum Glück wurde keiner dieser Hunde eingeschläfert - und zwar, weil ich IMMER selber schuld war. Falsch reagiert oder falsch gehandelt habe.
Aber diese Einsicht fehlt den Bürgern. Sie wollen alles dürfen, sind natürlich nie schuld und dann zahlt der Schwächste drauf - der Hund.
Verachtenswert für mich und der Artikel samt den Kommentaren zeigt mir, wie recht ich habe. Dumm, dümmer .... deutscher Bürger.