Die Corona-Einschränkungen lassen Gastronomen um ihre Existenz bangen. (Symbolbild)
Die Corona-Einschränkungen lassen Gastronomen um ihre Existenz bangen. (Symbolbild) Jens Büttner
Corona-Pandemie

50 Prozent der Hotels und Gaststätten in MV akut gefährdet

Die Hotels und Gaststätten in Mecklenburg-Vorpommern schlagen Alarm. Die Situation sei durch die Corona-Einschränkungen dramatisch, heißt es aus der Branche. Eine Schuldigen hat die Dehoga auch.
Schwerin

Die aktuelle deutschlandweite Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), an der sich mit 275 Unternehmen etwa 20 Prozent der Mitglieder aus Mecklenburg-Vorpommern beteiligt haben, belegt die katastrophale Situation der Branche zum Jahreswechsel.

„Die Lage im Gastgewerbe ist seit der Einführung der 2G-Plus-Regel in Mecklenburg-Vorpommern dramatisch. Im Durchschnitt betragen die daraus resultierenden Umsatzverluste 50 Prozent. Nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund wächst die Existenzangst in den Unternehmen wieder spürbar an”, erklärte MV-Dehoga-Präsident Lars Schwarz am Donnerstagmittag.

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„Genau vor dieser Entwicklung haben wir schon im letzten Jahr Ende November zur Einführung der 2G-Plus-Regel wieder und wieder gewarnt. Es war und ist für die Branche nicht begreiflich, dass in Mecklenburg-Vorpommern quasi der Lockdown durch die Hintertür bereits zu einer Zeit verfügt wurde, wo von einer Omikron-Welle noch keine Rede war, aber in anderen Bundesländern mit vergleichbarem Infektionsgeschehen das für die Branche so existenziell wichtige Jahresend- und Vorweihnachtsgeschäft nicht zusätzlich behindert oder in Teilen sogar verhindert wurde”, kritisierte Schwarz die Landesregierung.

Enorme Umsatzverluste

Damit habe das Gastgewerbe in MV wiederholt einen unnötigen und in Form von enormen Umsatzverlusten messbaren Wettbewerbsnachteil gegenüber den Mitbewerbern in den Nachbarbundesländern hinnehmen müssen – „obwohl wir als ausgewiesene Hygieneprofis mit unseren Schutzstandards und Hygienekonzepten mehr als bewiesen haben, dass diese Maßnahmen greifen und für uns damit der Gesundheitsschutz von Gästen und Mitarbeitern oberste Priorität hat”, so Schwarz. Allein der Umsatzverlust im Dezember bewege sich laut Dehoga in der Spreizung zwischen 35 und 100 Prozent.

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Das mache die enorme Betroffenheit der Unternehmen deutlich. Hinzu komme der absolute Umsatzverlust gesehen auf das gesamte Kalenderjahr 2021. Hier hätten die Unternehmen im nordöstlichsten Bundesland mit 26 Prozent mehr als ein Viertel des Vergleichsumsatzes aus dem Vorkrisenjahr 2019 verkraften müssen.Schwarz weiter: „Neben dieser mehr als ernüchternden Jahresbilanz macht den gastgewerblichen Unternehmen der Blick in die nahe Zukunft Sorgen – die Existenzangst wächst. Rund 47 Prozent und damit fast jeder zweite Befragte sieht seinen Betrieb und damit die eigene unternehmerische Existenz sowie den Erhalt der Arbeitsplätze akut gefährdet.”

Branche zwischen Öffnung und Schließung

„Beim Blick in die Zukunft herrscht in der Branche wenig Optimismus. Rund 81 Prozent aller Unternehmen starten in das neue Kalenderjahr verhalten (52 Prozent), eher negativ (23,5 Prozent) oder gar pessimistisch (5,5 Prozent). Diese Einschätzung verwundert nicht. Befragt nach den größten Hemmnissen werden Einschränkungen durch Verordnungen (81 Prozent) und fehlende Nachfrage (60 Prozent) als Top-Antworten genannt”, sagte Schwarz.

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Die Umfrageergebnisse verdeutlichten das Dilemma, in dem die Branche zwischen Öffnung und Schließung, zwischen Lockdown und Nachfrage steckt. Wir brauchen dringend Klarheit, Perspektive und Verlässlichkeit. Ich appelliere dringend an die Politik, den notleidenden Unternehmen zu helfen. Ein neuerlicher Komplettlockdown für die Branche muss ausgeschlossen werden”, forderte Schwarz. Wer zukünftig Urlaub machen oder bewirtet werden möchte, wem etwas an der Branche liege und wer die Gastgeber in Mecklenburg-Vorpommern wertschätze, der sollte dies in seine politischen Entscheidungen einfließen lassen, so der Dehoga-Präsident.

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