AUTOBAHN VERSINKT IM MOOR

A20 bei Tribsees gesperrt - Bauarbeiten dauern zwei Jahre

Die A20 ist bei Tribsees gesperrt, weil sie zwölf Jahre nach dem Bau im Moor versinkt. Die Bauarbeiten werden sich über mindestens zwei Jahre hinziehen.
dpa
Auf der A20 droht die nächste Dauerbaustelle: Bei Tribsee versinkt sie im Moor (Archivbild).
Auf der A20 droht die nächste Dauerbaustelle: Bei Tribsee versinkt sie im Moor (Archivbild). Carsten Rehder / dpa
Zwei Männer vermessen einen Punkt auf der Autobahn 20, an dem die Fahrbahn mehr als einen halben Meter abgesackt ist.
Zwei Männer vermessen einen Punkt auf der Autobahn 20, an dem die Fahrbahn mehr als einen halben Meter abgesackt ist. Stefan Sauer
Tribsees.

Die Ostseeautobahn 20 ist bei Tribsees (Kreis Vorpommern-Rügen) unerwartet gesperrt worden, weil die auf Moor gebaute Fahrbahn schon mehr als einen halben Meter abgesackt ist. Betroffen sei die erst 2005 fertiggestellte Autobahn 20 bei Tribsees (Kreis Vorpommern-Rügen), sagte Ronald Norrmann vom zuständigen Landesamt für Sraßenbau und Verkehr Güstrow am Mittwoch. Durch den moorigen Untergrund am Fluss Trebel sei die Fahrbahn in Richtung Westen auf etwa 100 Metern Länge schon mehr als einen halben Meter abgesackt, so dass sie komplett gesperrt werden musste.

Erst Umleitung, dann einspurig

„Wir wollen keine Gefährdung zulassen“, sagte Norrmann. Autofahrer müssten deshalb voraussichtlich bis Samstag eine Umleitung in Kauf nehmen. Dann soll der Verkehr jeweils einspurig über die südliche Fahrbahn geleitet werden.

Die A20 Lübeck-Stettin war das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 10 und gilt bei Tribsees als Hauptverkehrsader in Ost-West-Richtung. Das Absinken sei bereits im Frühjahr bemerkt worden, aber längst nicht so stark. „Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich, vorher war es ein halber Zentimeter“, erklärte der Baufachmann.

Ein Ingenieurbüro forsche bereits nach der genauen Ursache und habe schon Grabungen vorgenommen. Als Ursache werde bisher vermutet, dass tragende Betonpfähle in der bis zu 20 Meter starken Torfschicht gebrochen sein könnten. „Dann müssten wir eine ganz neue Moorbrücke in der Tiefe bauen“, erläuterte Norrmann. Dazu würden neue Bohrpfähle und eine sie verbindende Betonschicht gebraucht. Es sei aber erst eine Planung nötig, aber damit habe man Erfahrung. Die Kosten könnten sich auf mehrere Millionen Euro summieren.

Autobahn nach Rügen und Usedom

Die auf dem gleichen Baugrund stehende Fahrbahn in Richtung Osten, also zu den Ostsee-Inseln Rügen und Usedom sowie nach Stralsund und Stettin, stehe dagegen stabil. Sie soll ab Samstag den gesamten Verkehr aufnehmen. So lange dauere es, bis genug Verkehrsleittechnik beisammen und die provisorischen Zufahrten fertig seien.

Tribsees ist derzeit das dritte Autobahnnadelöhr im Nordosten. An fast jedem Wochenende stehen Autofahrer auf der A19 Berlin-Rostock an der Petersdorfer Brücke im Stau, weil die Brücken erneuert werden müssen. Auch dort verzögert der erst ab 60 Metern Tiefe tragfähige und sehr sandige Baugrund die Arbeiten. Zudem wird bei Jarmen (Kreis Vorpommern-Greifswald) die Straßendecke an der A20-Brücke über die Peene erneuert. „Das ist aber planmäßig“, sagte Norrmann.

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