ABGESACKTE AUTOBAHN

A20 bei Tribsees ab Freitag voll gesperrt

Die Autobahn 20 bei Tribsees wird ab Freitag voll gesperrt. Nach dem Abbruch ist die Verkehrssicherheit nicht mehr zu gewährleisten, heißt es.
Simon Voigt Simon Voigt
Das abgesackte Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees. (Archiv)
Das abgesackte Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees. (Archiv) Bernd Wüstneck
Tribsees.

Die Autobahn 20 bei Tribsees wird nun doch voll gesperrt. Dies gilt ab Freitag um 8.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Bad Sülze und Tribsees, teilte das Verkehrsministerium von Mecklenburg-Vorpommern am Mittwochabend mit. Bislang war noch eine Spur in Richtung Stettin frei. Insgesamt gibt es vier Fahrspuren.

Anfang Oktober war zunächst ein etwa 40 Meter langes Teilstück der Fahrbahn Richtung Rostock abgebrochen, was zu einer teilsperrung führte. Die Autobahn führt an dieser Stelle über ein Moor, wahrscheinlich sind Betonstützen gebrochen. Da sich der Damm weiter setzt, ist nun westlich der Trebeltalbrücke die dauerhafte Verkehrssicherheit in dem Bereich nicht mehr zu gewährleisten, erklärt das Ministerium. Dies hätten Messungen und Begutachtungen vor Ort ergeben. Es galt bisher nur als eine Frage der Zeit, bis die Vollsperrung nötig wird.

Diese wichtige Verkehrsader sei so lange offen gebliebenen, wie es vertretbar war, "doch die Sicherheit derjenigen, die sie nutzen, hat natürlich absolute Priorität”, sagt Manfred Rathert, Leiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen seien laut Rathert auch in der Querrichtung Auswirkungen der Abbruchstelle bemerkbar, die bis zur vierten und letzten Fahrspur reichen. Deshalb sei es unumgänglich, nun auch diese zu sperren.

Eine getrennte Umleitung pro Richtung

Der Verkehr wird nun vorläufig zwischen den Anschlussstellen Bad Sülze und Tribsees jeweils weitgehend getrennt pro Richtung umgeleitet.

Der in Tribsees abgeleitete Verkehr in Richtung Rostock wird ab Freitag statt über Sanitz über die L 19 und L 23 zur Anschlussstelle Bad Sülze geführt. Die Arbeiten auf der L 23 wurden beschleunigt, so dass die Fahrbahn ab Freitag freigegeben und die erforderlichen Restarbeiten unter Verkehr stattfinden können. Die L 23 ist nur in Richtung Anschlussstelle befahrbar und insofern eine Einbahnstraße. Die Durchfahrt in Gegenrichtung ist verboten. Die Straße ist für gefahrlosen Begegnungsverkehr unter Berücksichtigung der zu erwartenden Verkehrsmengen zu schmal. Durch diese Umleitungsführung verkürzt sich laut Ministerium die bisherige Umleitung von gut 30 auf etwa 11 Kilometer.

Für den Verkehr in Richtung Stettin erfolgt die Umleitung ab der Anschlussstelle Bad Sülze über die Kreisstraße NVP 9 über Breesen und Langsdorf zur Anschlussstelle Tribsees. Auch diese Strecke gilt nur für eine Richtung, das Befahren von Langsdorf aus in Gegenrichtung ist verboten und wird entsprechend beschildert.

Die bisherige Umleitung über Sanitz gibt es ab Freitag nicht mehr. Das Ministerium geht davon aus, dass es bei starkem Verkehr Staus geben wird. "Ich habe vollstes Verständnis für Klagen der von dem vermehrten Durchgangsverkehr in den Ortsdurchfahrten betroffenen Anlieger," sagt dazu Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Angesichts der aktuellen Lage und der topografischen Bedingungen gebe es keine anderen Möglichkeiten.

Beim Landesamt für Straßenbau gibt es weitere Informationen zu den Umleitungsstrecken.

So geht es weiter: Behelfsanschlussstelle geplant

Unabhängig von den Umleitungen plant die Straßenbauverwaltung den Bau einer Behelfsanschlussstelle in Höhe der Autobahn-Querung der NVP 9 für beide Richtungen.

Die Behörde hat nach eigenen Angaben bereits damit begonnen, eine verkürzte Umleitungsstrecke vorzubereiten. Seit Montag wird von der Kreisstraße 9, etwa 50 Meter hinter dem Betonwerk, eine 350 Meter lange Auf- und Abfahrt über ein Feld zur Autobahn errichtet. Damit soll sich die Umleitungsstrecke zwischen der Anschlussstelle Triebsees und der Behelfsanschlussstelle auf ungefähr zwei Kilometer verkürzen. Die Straßenbauverwaltung geht davon aus, dass die Umleitung Ende November fertig wird.

Bis Sommer 2018 soll Behelfsbrücke stehen

Durch diese Lösung könnten weitere Ortsdurchfahrten, die aktuell durch den massiv gestiegenen Verkehr belastet werden, dann wieder weitgehend entlastet werden. "Leider wird die Verkehrsmenge im östlichen Teil von Langs­dorf nicht abnehmen, aber der übrige Teil des Ortes wird bei dieser Lösung nicht mehr an der Umleitungsstrecke liegen“, sagt Minister Pegel.

Als nächstes ist der Bau einer Behelfsbrücke über die Autobahn im Bereich der Abbruchstelle geplant. Damit sollen die Umleitungsstellen wieder entlastet werden. Wenn diese Brücke steht, ist allerdings noch unklar. "Es könnte voraussichtlich im Sommer 2018 sein, wenn technisch alles klappt", so Pegel. Eine genau Prognose will er noch nicht abgeben.

Kommentar: Die Pannenautobahn A20 ist der BER des Nordens.

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Kommentare (11)

und an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Weil Kosten gespart werden sollten, muss die Brücke nun dreimal gebaut werden. Zwei Autobahnbrücken und eine Behelfsbrücke! Die Anwohner werden sich bedanken. Ein Debakel sondergleichen!

Durch die Behelfsbrücke sollen die Anwohner vom umgeleiteten Verkehr entlastet werden. Dafür können sich diese dann tatsächlich bedanken.

Eine Autobahn sollte solange "leben" wie ein Mensch. Dieses Teilstück hat 6 mal weniger lang gestanden und war rausgeschmissenes Steuergeld. Es bräuchte gar keine Behelfsbrücke, wenn die Herren Ingenieure ihre Arbeit richtig gemacht hätten. Entweder baut man etwas richtig oder gar nicht. Hier wurde jedenfalls am falschen Ende gespart.

Es ist immer wieder erstaunlich, warum man bei der Suche nach den Ursachen für was auch immer nicht auf den geballten Sachverstand mancher Kommentatoren im Internet zurückgreift. Fachleute grübeln und grübeln, dabei liegt es doch klar auf der Hand. Arbeit nicht richtig gemacht und Steuergelder zum Fenster hinaus geworfen. Zack fertig.

war früher unmöglich. Es ist wie ein lebender Organismus. Es arbeitet und weil es organisch ist, wird es es zersetzt. Und unter Last senkt es sich ab. Alles denkbar schlechte Voraussetzungen. Da helfen nur massive Stahlbetonträger, tief verankert im mineralischen tragfähigen Untergrund. Doch genau das wurde versäumt. Die Träger waren nicht massiv genug. Das war der Fehler!

Vor 20 Jahren noch erstickten die Städte und Dörfer an der B 96, der B 104 und vor allem der B 105 (nicht nur) im Ostseereiseverkehr. Schnelle Lösungen waren gefragt und von (fast) allen gewollt. Der politische Druck war immens. Temporär geltende Gesetze wurden erlassen, die Planungsprozesse beschleunigen sollten und beschleunigt haben. Ebenso ging es darum, das einmal Geplante zügig umzusetzen. Schnelle Lösungen provozieren Fehler und Unzulänglichkeiten (Brüllbeton bei Schönberg, Brückenschäden an der Peenetalbrücke, Fahrbahnverwerfungen zwischen Neubrandenburg und Pasewalk, „das Loch“); die A 20 ist aus diesem Grunde tatsächlich nicht als Aushängeschild deutscher Ingenieurkunst geeignet. Noch einmal: (Fast) Alle haben gewollt, dass es möglichst schnell geht. Im Falle der bei Tribsees abgesackten Fahrbahn hat man sich dann möglicherweise für eine kurzfristig umsetzbare Bautechnologie entschieden, weil andere Lösungen wie beispielsweise Vorlastschüttungen, die Monate und Jahre vermeintlich „einfach nur so daliegen“, zu viel Zeit in Anspruch genommen hätten. Zudem ist noch ungeklärt, welchen Einfluss in Rede stehende Veränderungen des Baugrundes nach Errichtung der Autobahn (Moorschutz) auf die Dauerhaftigkeit der Straße hatten. Aber es ist natürlich für all die „Experten“ ohne Verantwortung (ob nun in den Medien oder den „sozialen“ Netzwerken) wesentlich einfacher, mit dem Finger auf die seinerzeit und heute Verantwortlichen zu zeigen und ihnen hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand jegliche Kompetenz für ihr Fachgebiet abzusprechen. Das einmal Geschehene sollte EINE Konsequenz haben: Jetzt muss eine im Wortsinne tragfähige Lösung her. Also gebt den Fachleuten Zeit, diese zu entwickeln und umzusetzen. Alles andere hieße, gemachte Fehler zu wiederholen.

Herzlichen Dank, Ich_Eben, für den Rückblick in die Zeit der Planung und des politischen Drucks sowie für die wiederholte Bitte, die Ursachenforschung gründlich anzugehen und, vor allem, mehr Zeit einzuplanen. Leider bestätigen gleich die folgenden zwei Kommentare, trotz Ihrer Bitte, den Dunning-Kruger-Effekt.

Sagen sie mal, haben sie noch alle Latten am Zaun ?
Sie rechtfertigen solch einen krimimellen Pfusch mit Zeitdruck ? Sowas kann dann jeder Bauherr fuercsich in Anspruch nehmen ob bei Bruecken Strassen oder Hochhaeusern!
Solche Verfagren u.Massnahmen oder Sondergesetze sind illegal verbrecherisch u.kriminell, fuer JEDEN der sich daran egal wie, beteiligt. Hier haette es genauso leicht Tote geben koennen odercwollen sie fas abstreiten ? Fuer solche Verfahren wie man sievaus Indien Pakistan Bangla Desch oder der Tuerkei kennt und deren Folgen gehieren welche in den Knastvweil es Vorsatz war ! Menschengefaehrdender krimineller Vorsatz durch nichts zu rechtfertigen !

Ja, "ich eben" ist der geborene Experte. Weis alles, kann zu jedem Thema Auskunft geben. Die Ministerien sollten sich ihn nach Berlin holen, quasi als Allrounder.
Ein unenddecktes Multitalent aber nur mit dem Mund und der Tastatur.

Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen: damals wie heute spielt der Zeitdruck eine entscheidende Rolle. Je länger Zeit, desto mehr Kosten.

sie rechtfertigen also u.U. den Verlust von Menschenleben oder Verletzung u.a.Katastrophen mit Zeitdruck ? Das ist i.meinen Augen noch zynische SED oder WASG Denke....mein Lieber, ich hattevschon richtig geschrieben, Verantwortliche fuer solches gehoeren bestraft und zwar nicht zu gering als Warnung fuer andere in Behoerden Aemtern Baubueros und Firmen.