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A20-Krater bald auch in unserer Geldbörse?

Das abgesackte Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees wird sich eventuell auch in der Geldbörse der Verbraucher negativ auswirken.
Das abgesackte Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees wird sich eventuell auch in der Geldbörse der Verbraucher negativ auswirken.
Bernd Wüstneck

Der Einsturz der A20 bei Tribsees ist nicht nur ärgerlich für Autofahrer. Denn am Ende könnte der Bürger für die Mehrkosten zur Kasse gebeten werden, die durch die Sperrung der Autobahn entstehen.

Die Teilsperrung der Autobahn 20 bei Tribsees auf unbestimmte Zeit hat nach Ansicht des Verkehrsgewerbes für die Speditionen schlimme Folgen. Für die gesamte Wirtschaft fielen erhebliche Mehrkosten an, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands des Verkehrsgewerbes, Norbert Voigt, am Freitag.

Die Spediteure würden diese Mehrkosten, die durch den zusätzlichen Zeitaufwand auch durch Staus auftreten, nicht tragen können. Letztlich werde der Verbraucher etwa beim Einkaufen dafür zur Kasse gebeten.

Baustellen in Mecklenburg-Vorpommern

Angesichts dieser Auswirkungen sei nicht hinnehmbar, dass an den vielen Baustellen im Land nur tagsüber gearbeitet werde, sagte Voigt. Auf zwei der drei Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern seien aktuell große Baustellen, auch viele Bundesstraßen seien deshalb blockiert.

Dabei gehe es dem Verband nicht nur um die Lkw-Fahrer, die durch längere Fahrzeiten belastet würden, betonte er. Auch die Anwohner an den Umleitungsstrecken seien teils extremen Belastungen ausgesetzt.

A20 schnell wieder nutzbar machen

Jochen Schulte, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, drängt auf Eile bei der Reparatur der A20. „Einen Kompromiss bei der Bauqualität darf es jedoch nicht geben. Ein 'innovatives' Bauverfahren, wie man es vor 12 Jahren angewandt hat, scheidet dieses Mal aus. Wir erwarten, dass auch die Bundesregierung ihrer finanziellen Verantwortung zügig nachkommt. Die Koalitionsverhandlungen dürfen keine aufschiebende Wirkung entwickeln.“

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dietmar Eifler, ergänzt: „Nach dem 'Herzinfarkt' der A-20 muss jetzt schnell ein Bypass gelegt werden. Dass dies für einige Menschen auch eine Mehrbelastung durch mehr Verkehr in ihrem Ort bedeutet, ist nicht schön, aber in dieser Situation einfach nicht zu ändern.“

Kommentare (1)

Auf Strassenbaustellen sollte generell rund um die Uhr gearbeitet werden. In anderen Berufen wird es ja auch getan. In meiner Nachbarschaft ist jemand bei einer Baufirma (Brückenbau) beschäftigt. Montag früh fahren die los, Donnerstag Nachmittag sind sie schon wieder zu Hause. Wie zu DDR Zeiten die Berlinbauarbeiter, Montag früh halb acht mit dem Bus in die Kreisstadt, dann mit dem Zug nach Berlin und Mittwoch Abend 17 Uhr waren sie die ersten wenn der Dorfkrug aufmachte. Und das bei einem Verdienst von 1000 DDR Mark wovon ein Landarbeiter nur träumen konnte. Wer aufmerksam über unsere Straßen und Autobahnen fährt kann sehen das auf den Strassenbaustellen Rüttelplatten , Schubkarren etc. in 30 m Höhe am Hochkran hängen und weit und breit kein Bauarbeiter zu sehen ist. Marktwirtschaft? Terminvorgabe, mit Strafzahlungen wäre eine Option, die Firmen zu zwingen , zumindest im Zweischichtsystem zu arbeiten. Gleichzeitig würden Arbeitslose Bauarbeiter wieder in Lohn und Brot kommen.