Rundflüge
A20-Loch wird Ausflugsziel

 Bei Ostseeflug.com werden Rundflüge über den mittlerweile fußballfeldgroßen Krater angeboten.
Bei Ostseeflug.com werden Rundflüge über den mittlerweile fußballfeldgroßen Krater angeboten.
Stefan Tretropp

Nachdem das Verkehrsministerium vor dem Betreten des Autobahnabschnittes warnte, können nun Rundflüge über das A20-Loch bei Tribsees gebucht werden.

Ein Unternehmen aus Laage bei Rostock versucht offenbar, die Misere mit dem A20-Loch bei Tribsees für sich zu nutzen. Bei Ostseeflug.com werden Rundflüge über den mittlerweile fußballfeldgroßen Krater angeboten.

Der Rundflug beginnt und endet auf dem Flugplatz Rostock-Laage und dauert den Angaben zufolge etwa 40 Minuten. „Fliegen Sie mit uns auf kürzestem Weg nach Tribsees, um das rasant wachsende Loch in der Küstenautobahn A20 aus der Vogelperspektive zu beobachten. Vermeiden Sie so hohe Strafen, die für das Erstellen von Selfies an der Gefahrenstelle fällig werden”, heißt es dazu auf der Internetseite.

Ein paar Münzen sollten Interessierte für einen solchen Ausflug dennoch über haben: Für eine Person werden 139 Euro fällig.

Innenministerium warnt: Lebensgefahr

Weiterhin erklärt das Unternehmen: „Wir möchten eindringlich vor dem unbefugten Betreten dieses gesperrten Autobahnabschnittes warnen. In diesem Bereich ist mit weiteren plötzlichen Absackungen zu rechnen. Aus diesem Grund besteht Gefahr für Leib und Leben. Die vorhandenen Absperrungen und Hinweisschilder sind zwingend zu beachten.“ Hintergrund dürfte sein, dass bereits das Innenministerium Schaulustige vor dem Betreten der beschädigten A20 gewarnt hat. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben.

Kommentare (4)

Typisch für die Verhältnisse in diesem Land. Wirklich aus ALLEM Geld machen! Ich nenne das Katastrophen- Tourismus. Es sind letztendlich Gaffer wie bei Unfällen. Dabei sind die hier gezeigten Bilder doch wirklich sehr deutlich und erübrigen alles andere.

Prinzipiell stimme ich Ihnen zu. Was es für einen Sinn machen soll, sich das Desaster per Rundflug aus der Luft anzuschauen, erschließt sich mir auch nicht. Aber der Unternehmer, der diese Flüge anbietet, reagiert ja "nur" auf einen Markt, den es offenbar gibt. Zum "Geld machen" gehören immer zwei: Einer, der verdient, und einer, der bereit (manchmal auch so blöd) ist, es auszugeben.

... wenn man historische Ruinen aus der Luft betrachtet? Es gibt Bauwerke, die darf man sogar betreten. Sie bringen mit Katastrophen-Tourismus bzw. Gaffen was durcheinander.

Der KGB würde wahrscheinlich eine Sprengung derdoch ziemlich dünnen und damit leicht angreifbaren Stützen der Betondecke feststellen, von wem auch immer, das heißt, wenn er denn noch hier tätig wäre.