FERIEN-ENDE

Ab sofort steht Händewaschen auf dem Stundenplan in MV

Der Schulalltag ändert sich in Mecklenburg-Vorpommern nach den Sommerferien radikal. Neben Rechnen, Schreiben und Lesen rückt ein neues Fach in den Vordergrund.
Mindestens 20 Sekunden mehrmals am Tag: Das Händewaschen bekommt in den MV-Schulen große Priorität.
Mindestens 20 Sekunden mehrmals am Tag: Das Händewaschen bekommt in den MV-Schulen große Priorität. Peter Steffen
Schwerin ·

Da hat sich das Bildungsministerium nicht lumpen lassen – und den Schulen ein dickes Aufgabenpaket geschnürt: Auf acht eng beschriebenen Din-A-4-Seiten ist exakt festgelegt, wie eine Ausbreitung des Coronavirus zwischen Klassenräumen, Sporthallen und Toiletten verhindert werden soll. „Hygieneplan Corona für Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ab 27. Juli 2020“, so der Titel des Papiers, das in den Schulen in den Tagen bis zum Schulstart am 3. August von der Theorie in die Praxis übertragen werden muss.

Sanitärräume in Schulen bislang oft in miesem Zustand

Neben festen Lerngruppen, festen Klassenräumen und festen Lehrern stehen ganz handwerkliche Disziplinen im Mittelpunkt. „Die Hände sind regelmäßig und sorgfältig mindestens 20 Sekunden zu waschen. Mit den Händen ist das Gesicht, insbesondere die Schleimhäute nicht zu berühren. Das heißt, nicht an den Mund, an die Augen und an die Nase fassen“, heißt es wörtlich in dem Hygieneplan.

Gleichzeitig wird hingewiesen, dass zum Händewaschen ausreichend Flüssigseife zur Verfügung stehen müsse. Eine Bemerkung mit Berechtigung: Gerade die Ausstattung der Sanitärräume lässt bisher in den Schulen oftmals mehr als zu wünschen übrig.

Mindestabstand im Schulaltag kaum einzuhalten

Abgeraten wird bei der Reinigung der Hände vom Einsatz von Desinfektionsmitteln. Dies würde zu große Gefahren beinhalten. Offenbar wird gerade den Schülern von den Verantwortlichen der sachgerechte Umgang mit dem Desinfektionsmittel nicht zugetraut. – und Missbrauch befürchtet.

Stattdessen gibt es einen anderen Tipp für Lehrer und Schüler: „Öffentlich zugängliche Gegenstände wie Türklinken und Treppengeländer sind möglichst nicht mit der vollen Hand beziehungsweise mit den Fingern anzufassen.“ Wohl wissend, dass der in Corona-Zeiten geltende Mindestabstand von 1,5 Metern im Gewusel des Schulalltags kaum einzuhalten sei, setzt das Bildungsministerium darauf, „direkte körperliche Kontakte auf das notwendige Maß zu reduzieren“.

Wichtig: Keine Umarmungen, kein Händeschütteln

Und noch etwas schreiben die Mitarbeiter des Ministeriums Pädagogen sowie Mädchen und Jungen ins Klassenbuch: „Begrüßungsrituale mit körperlicher Nähe, Umarmungen und Händeschütteln sind zu unterlassen.“

In den Klassenräumen selbst ist das Tragen von Mund- und Nasenbedeckung nicht notwendig, heißt es in dem Papier. Laut Hygieneplan sollten aber Mund- und Nasenbedeckung auf den Gängen und dem restlichen Schulgelände angelegt werden. Große Bedeutung wird auch dem Lüften gewidmet. „Stoßlüften mit offenen Fenstern und Türen über mehrere Minuten“, steht mehrmals täglich auf dem Stundenplan.

Sport an der Frischen Luft wird favorisiert

Apropos frische Luft: Das Bildungsministerium stellt auch klar, dass beim Sportunterricht Bewegung in freier Natur favorisiert werde.

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