Im Rostocker Stadthafen stehen „Buga-Container”, die über die geplante Bundesgartenschau 2025 informieren sol
Im Rostocker Stadthafen stehen „Buga-Container”, die über die geplante Bundesgartenschau 2025 informieren sollen. Bernd Wüstneck
Rostock

Absage der Buga 2025 – Diskussionen gehen weiter

Seit Wochen wurde in Rostock diskutiert, dass eine Bundesgartenschau im Jahr 2025 nicht klappen kann. Nun steht fest: In ihrer ursprünglichen Form wird es die Blumenschau nicht geben.
dpa
Rostock

Nach der Absage der Bundesgartenschau 2025 in ihrer geplanten Form durch den Rostocker Buga-Aufsichtsrat brachte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch die Stimmung vieler Rostocker auf den Punkt: „Es ist gut, dass der Aufsichtsrat jetzt vorerst Fakten geschaffen hat. Damit gibt es wenigstens in einem Punkt Klarheit.“

Doch Backhaus, der in den vergangenen Wochen oft seinen Unmut über das Vorgehen der Rostocker Stadtspitze geäußert hatte, entließ die Hansestädter nicht aus der Pflicht: „Die Diskussion ist noch nicht zu Ende.“ Da die Planungen offenbar weitergehen sollen, müsse die Stadt erklären, was sie konkret vorhabe. Die Landesregierung habe dafür zunächst als Frist bis zum 10. Juni Zeit gegeben.

Am Tag zuvor hatte der Buga-Aufsichtsrat bekannt gegeben, dass es nicht möglich sei, das sogenannte Rostocker Oval entlang der Warnow bis 2025 für die Buga herzurichten. Dies gelte insbesondere für die Warnowbrücke, die nicht pünktlich bis April 2025 fertig werden kann.

Seit Monaten andauernde Diskussion

Es war der vorläufige Höhepunkt der seit Monaten andauernden Diskussion über das Großprojekt, dessen Kosten Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) zuletzt mit rund 180 Millionen Euro angegeben hatte, rund 40 Millionen Euro mehr als zunächst veranschlagt. Backhaus blieb dabei, über die versprochenen 60 Millionen hinaus keine weiteren Landesgelder ausgeben zu wollen.

Madsen hatte zuvor mehrfach erklärt, dass er die Buga 2025 nicht mehr für realisierbar halte. Dafür seien die coronabedingten Verzögerungen sowie die massiven Preissteigerungen etwa durch den Ukraine-Krieg verantwortlich. Die Landesregierung warf ihm dagegen vor, in der Kommunikation nicht transparent zu sein. Über Monate hinweg seien von der Hansestadt immer nur positive Meldungen gekommen. Erst Anfang März habe es die ersten Meldungen über die massiven Probleme gegeben.

Der Ankündigung des Buga-Aufsichtsrats folgten zahlreiche Wortmeldungen. Sybille Bachmann vom Rostocker Bund forderte einen Plan B, in dem Großprojekte wie die Brücke, der Stadthafen mit Hochwasserschutz oder der Stadtpark integriert sind, allerdings ohne Beteiligung der Bundesgartenschau.

Weiterlesen: Landesregierung erhöht Druck auf Rostocks OB Madsen

CDU: Etwas guter Wille fehlt

Die Vorsitzende der Linken-Bürgerschaftsfraktion, Eva-Maria Kröger, sprach sich für eine komplette Buga-Absage aus. Es sollte mit dem Land verhandelt werden, wie der Stadthafen ohne Gartenschau entwickelt werden könne. Das Land habe großes Interesse am Bau des Archäologischen Landesmuseums, das im Stadthafen bei der geplanten Warnowbrücke entstehen soll. Die Landesregierung wolle das Landesmuseum aber nicht in eine Parkplatzwüste am Stadthafen bauen.

Die Vorsitzende des Rostocker Buga-Ausschusses, Jana Blaschka, hält eine Verlegung der Buga ins Jahr 2026 für möglich. Sie gehe davon aus, dass zur Frage der Auszahlung von Fördermitteln von Land und Bund zu einem späteren Zeitpunkt eine Lösung gefunden werden könne.

Der Rostocker CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Peters sprach von einem unwürdigen Geschacher. Vor allem wegen der Corona-Pandemie hätten viele planerische Arbeiten nicht geleistet werden können. Er griff dabei die Landesregierung an: „Durch unrealistische Terminvorgaben soll ein Scheitern erzwungen werden.“ Es fehle nur etwas guter Wille und die Buga 2026 könnte Realität werden.

Tourismus: 1,7 Millionen Besucher wären gekommen

Rostocks Tourismuschef Matthias Fromm bedauerte die Buga-Absage. Schätzungen zufolge wären rund 1,7 Millionen Besucher nur wegen der Schau nach Rostock gekommen, viele von ihnen hätten auch Übernachtungen gebucht. Fromm hoffte, dass die Buga zu einem späteren Zeitpunkt doch gelingen kann. Es entstünden Projekte, die die touristische Qualität des Stadthafens dauerhaft deutlich erhöhten.

Backhaus drängte am Mittwoch auch mit Blick auf geplante Küstenschutzmaßnahmen in Rostock auf Klarheit darüber, wie es nun weitergehen soll. Das Land plane mit Investitionen von geschätzten 24,5 Millionen Euro für Küstenschutz in der Hansestadt, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des Schweriner Umweltministeriums. Man habe seit Jahren die Bauvorhaben mit den Planungen der Stadt abgestimmt.

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