CORONAVIRUS

Abstand? Südkurve sorgt für Ärger bei Hansa-Spiel

Das Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und dem VfB Stuttgart geht in die politische Verlängerung. Diesmal geht es nicht um Abseits – sondern um Abstand.
Eine Szene aus dem Ostseestadion, die bundesweit unterschiedlich interpretiert wird.
Eine Szene aus dem Ostseestadion, die bundesweit unterschiedlich interpretiert wird. Danny Gohlke
Fußballfans stehen auf den Tribünen im Ostseestadion.
Fußballfans stehen auf den Tribünen im Ostseestadion. Danny Gohlke
Beim Spiel Hansa Rostock  gegen VfB Stuttgart.
Beim Spiel Hansa Rostock gegen VfB Stuttgart. Danny Gohlke
Rostock.

Das wollten sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Sportministerin Stefanie Drese nicht nehmen lassen: Nach sechsmonatiger Corona bedingter Geisterspiel-Atmosphäre hatte die Landesregierung in enger Kooperation mit Hansa Rostock und dem örtlichen Gesundheitsamt grünes Licht für ein Match im Ostseestadion mit 7500 Zuschauern gegeben – unter ihnen die beiden SPD-Politikerinnen.

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Und so konnten sich Schwesig und Drese direkt vor Ort ein eigenes Bild machen, ob das ausgearbeitete Hygienekonzept mit Abstand, Masken und personalisierten Tickets sowie ohne Alkohol und Gästefans auch trägt. Das vorläufige Fazit: Der Großteil des Konzeptes hat sich bewährt – nachzubessern gilt es wohl in der Südkurve. Dort, wo die hartgesottenen Hansa-Fans die Sitzplätze verschmähten und sich stehend und schunkelnd in Stimmung brachten. Ohne immer so ganz genau auf den korrekten Abstand zum Nebenmann zu achten.

Situation auf der Südtribühne im Ostseestadion

Ein fatales Signal für die bundesweite Öffentlichkeit, die gespannt nach Rostock geschaut hatte? Schließlich war das Ostseestadion am Wochenende jener Pokal-Schauplatz, an dem mit Abstand die meisten Zuschauer zugelassen worden waren.

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„Nein“, sagt Alexander Kujat, Pressesprecher von Sportministerin Drese. „Wir waren quasi der Vorreiter und befinden uns bis Jahresende in einer Testphase. Auch wir müssen uns langsam an das Thema Zuschauer in Stadien und Hallen herantasten“, machte der Sprecher deutlich. Insgesamt sei es aber gut gelaufen – alle Verantwortlichen werden jetzt genau analysieren, wo gegebenenfalls nachjustiert werden müsse. Man wisse, so Kujat, um die nicht immer einfache Situation auf der Südtribühne im Ostseestadion – nicht auszuschließen, dass beim nächsten Heimspiel dort weniger Zuschauer mit anfeuern dürfen.

Im Vergleich zu den Stimmen aus MV äußerte sich Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann ganz anders. „Die Fotos vom DFB-Pokalspiel in Rostock von Fans Schulter an Schulter und ohne Abstand und ohne Maske lösen in mir ein ziemliches Unbehagen aus“, sagte die 55-Jährige. „Was wir uns definitiv nicht leisten können, ist, dass ein Fußballspiel zu einem Superspreader-Event wird und in Folge dessen Schulen geschlossen werden müssen“, warnte die CDU-Politikerin.

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Kommentare (2)

Jetzt lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Wo sind sie den geblieben, die Millionen von "Infizierten" nach diesen sogenannten Superspreader-Events, wie BLM, be2908, CSD und wie sie alle heißen. Solange die MSM nur als Pressesprecher einer Physikerin, eines Bankkaufmanns, eines Tiearztes und eines "Schweinegrippenexperten" agieren und keine kritischen Fragen zu den PCR-Tests, den kontextlosen Zahlen des RKI und anderen Ungereimtheiten stellen, wird sich an der gewünschten/gwwollten/geplanten Panik (Strategiepapier des BMI, Seite 13, Absatz 4a) nichts ändern.

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid-19.html

Die Zahlen der Neuinfizierten sind etwas gestiegen, jedoch nicht die Zahl der Erkrankten und Todesfälle. Wir sollten schrittweise wieder in die Normalität gehen.