SCHWANGERSCHAFT

Abtreibungs-Quote in MV ist bundesweit eine der höchsten

Zukunftsangst, die Situation Alleinerziehender und Geldnot zählen laut der Link-Politikerin Jacqueline Bernhardt zu den häufigsten Gründen für Abbrüche einer Schwangerschaft in MV.
dpa
In MV wurden im vergangenen Jahr 2309 Schwangerschaften abgebrochen (Symbolbild).
In MV wurden im vergangenen Jahr 2309 Schwangerschaften abgebrochen (Symbolbild). Fredrik von Erichsen
Schwerin.

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in Mecklenburg-Vorpommern weiter leicht gesunken. Dennoch bleibt die Abtreibungsrate eine der höchsten bundesweit. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden veröffentlicht hat.

Demnach wurden in MV im vergangenen Jahr 2309 Schwangerschaften abgebrochen, 86 weniger als im Jahr davor. Die Zahlen sinken seit Jahren stetig mit Ausnahme des Jahres 2016, als ein leichter Anstieg verzeichnet wurde. Im Jahr 2012 waren noch fast 3000 Abtreibungen registriert worden.

101.000 Schwangerschaftsabbrüche bundesweit

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr fast 101.000 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Die Zahl blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Auf 1000 Geburten kamen 126,4 Abtreibungen. In Mecklenburg-Vorpommern lag diese Quote mit 182,9 deutlich höher.

Mehr Abtreibungen je 1000 Geburten gab es nur noch in Berlin (236), Bremen (202,6) und Sachsen-Anhalt (188,8). Am niedrigsten ist die Quote in Bayern und Baden-Württemberg mit 92,7 beziehungsweise 90,9 Abbrüchen je 1000 Geburten gewesen.

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Linke sieht Behörden in der Pflicht

Die familienpolitische Sprecherin der oppositionellen Linken im Landtag, Jacqueline Bernhardt, forderte von den Behörden, weiter an einer Reduzierung zu arbeiten. Dazu gehöre einerseits die Beseitigung sozialer Probleme, sagte sie.

Noch immer zählten Zukunftsangst, die Situation Alleinerziehender und eine schwierige finanzielle Lage zu den häufigsten Gründen für Abbrüche. Außerdem müssten die Informationsmöglichkeiten für Schwangere deutlich verbessert werden. Nötig sei unter anderem ein gutes und wohnortnahes Angebot von Beratungsstellen. Kürzungen dürften nicht hingenommen werden.

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