Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club wünscht sich, dass die künftige Landesregierung den Radverkehr höher prior
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club wünscht sich, dass die künftige Landesregierung den Radverkehr höher priorisiert und macht konkrete Vorschläge. Stefan Sauer
Ungenutztes Geld

ADFC fordert höheren Stellenwert für Radverkehr in MV

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club will, dass die künftige Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern den Radverkehr besser fördert. Geld ist da – wird aber nicht immer genutzt.
dpa
Schwerin

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) verlangt von Mecklenburg-Vorpommerns künftiger Landesregierung mehr Engagement für Radfahrer. „Wir wünschen uns, dass der Radverkehr einen anderen Stellenwert bekommt”, sagte Landeschef Horst Krumpen der Deutschen Presse-Agentur. Er müsse zu einer „Pflichtaufgabe” der Kommunen werden. Damit würde er so behandelt wie der Autoverkehr. „Er würde immer mitgedacht, er würde immer mitgeplant, und er würde nicht weiter außen vor stehen”, sagte Krumpen.

„Im Moment sind wir in der Situation, dass der Radverkehr eine freiwillige Leistung ist.” Das führe dazu, dass vielen Kommunen entsprechende Konzepte fehlten. Städte wie Rostock oder Schwerin seien sehr engagiert – allerdings aus eigenem Antrieb. „Viele Kommunen im ländlichen Raum, die finanziell in einer schwierigen angespannten Situation sind, die haben überhaupt nicht die Möglichkeit, Radverkehr zu planen – selbst dann, wenn sie es wollten – weil es eine freiwillige Leistung ist.”

Radwege, die einfach enden

Nach Angaben des Schweriner Verkehrsministeriums besteht für die Kommunen zwar bereits eine gesetzliche Verpflichtung für Bau und Erhalt ihrer Radwege. Das trifft dem ADFC-Landeschef zufolge allerdings nicht für die Planung von Radwegen unabhängig vom Straßenbau zu. Der Radverkehr müsse auch vom Land besser koordiniert werden.

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Bei Radwegen erlebe man ständig, dass sie an Gemeindegrenzen aufhörten. „Unter anderem darum, weil es eben keine koordinierende Stelle gibt, die so wie beim Straßenbau dafür sorgt, dass auf der anderen Seite weitergebaut wird.” Vom Ministerium hieß es dazu: „Das Land kann nicht den gesamten Radwegebau koordinieren.” Die Gemeinden müssten dies weiterhin vor Ort entscheiden – und auch wollen.

Hoher Sanierungsbedarf beim Ostseeküstenradweg

Das Land hat nach Angaben des Ministeriums im vergangenen Jahr rund zwölf Millionen Euro in den Radwegebau an Bundes- und Landesstraßen investiert. Zudem sei der kommunale Radwegebau mit mehreren Millionen Euro gefördert worden. Für den Erhalt von Radwegen habe die Landesregierung vergangenes Jahr etwa zwei Millionen Euro eingesetzt.

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Der Ostseeküstenradweg hat Krumpen zufolge einen Sanierungsbedarf, den man vor Jahren schon mit rund 16 Millionen Euro beziffert habe. Das Land tue sich aber schon schwer damit, die vier Millionen Euro zu verbauen, die in den vergangen zwei Jahren bereitgestellt worden seien. „Das liegt in erster Linie daran, dass das Land hier keine Durchgriffsmöglichkeit hat.” Kreise und Kommunen seien teilweise überfordert und die Abstimmung aufwendig.

Krumpen schlug hierzu die Gründung eines Zweckverbands vor. Die Radfernwege seien wichtig für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. „Die anderen Bundesländer haben aufgeholt, und wir haben lange nichts gemacht.”

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