MODEMARKT

Adler stellt Insolvenzantrag – Sechs Märkte in MV betroffen

Wegen Überschuldung hat das Unternehmen Adler Modemärkte Antrag auf Insolvenz gestellt. Insgesamt geht es um mehr als 3300 Jobs, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es sechs Filialen.
dpa
Die Adler Modemärkte AG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt (Symbol
Die Adler Modemärkte AG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt (Symbolbild). Frank Leonhardt
Schwerin ·

Die Insolvenz des international tätigen Modehändlers Adler Modemärkte nimmt ihren Lauf: Das Landgericht Aschaffenburg hat am Montag den Eingang eines Insolvenzantrages der Adler Modemärkte AG bestätigt. Es sei ein Gutachter damit beauftragt worden zu prüfen, ob die Abwicklung der Insolvenz in Eigenverantwortung möglich sei, sagte der zuständige Insolvenzrichter Jürgen Roth.

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Das börsennotierte Unternehmen hatte am Sonntag mitgeteilt, wegen Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt zu haben. Grund dafür sei der Corona-Lockdown. Ziel sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei soll der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt werden.

Sechs Märkte in MV

Die Adler Modemärkte AG mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg gehören zu den größten Textileinzelhändlern in Deutschland. Die Gruppe setzte 495,4 Millionen Euro im Jahr 2019 um. Adler beschäftigte zuletzt 3350 Mitarbeiter und betreibt 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland, und einen Online-Shop. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Geschäfte in Neubrandenburg, Schwerin, Greifswald, Güstrow, Rostock und Gägelow bei Wismar.

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„Trotz intensiver Bemühungen war es der Gesellschaft nicht möglich, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds durch Investoren zu schließen”, heißt es nun von dem Unternehmen.

Der Vorstand bleibe weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. Zur Unterstützung habe der Vorstand den Rechtsanwalt Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten bestellt. Auch die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH – jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften – hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Modebranche hat hart zu kämpfen

Wie andere Unternehmen aus der Modebranche hat Adler, einst im sächsischen Annaberg gegründet, eine bewegte Geschichte hinter sich. Firmengründer Wolfgang Adler verkaufte sein Unternehmen Anfang der 1980er Jahre an den Metro-Konzern. Später wechselte Adler mehrmals den Besitzer, unter anderem griffen Finanzinvestoren zu.

Vielen Unternehmen aus der Modebranche war es schon vor der Corona-Krise nicht gut gegangen. Dem Siegeszug des Onlinehandels und dem Erfolg von Fast-Fashion-Anbietern wie Primark oder Zara hatten sie nur wenig entgegenzusetzen. Große Marken wie Hugo Boss, S. Oliver oder Esprit mussten Federn lassen, andere wie der Ex-Adler-Eigner Steilmann gingen in die Insolvenz. Das Coronavirus traf, als es erstmals im Frühjahr 2020 für flächendeckende Ladenschließungen in Deutschland sorgte, auf eine Branche mit bereits geschwächten Herstellern und Händlern.

* Insgesamt sind es 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland, 24 in Österreich, drei in Luxemburg, zwei in der Schweiz sowie ein Online-Shop. Die ausländischen Töchter seien nicht von der Insolvenz betroffen, hieß es.

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Kommentare (1)

Der Adler ist müde....genug Profit in den letzten Jahrzehnten abgeschöpft.....