Thrombose-Gefahr

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Ärzte in MV verordnen zu häufig risikoreiche Verhütungspillen

Die Wirkstoffkombinationen der risikoreicheren Antibabypillen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel in den Venen, sogenannte Thrombosen.
Die Wirkstoffkombinationen der risikoreicheren Antibabypillen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel in den Venen, sogenannte Thrombosen.
Carsten Rehder

Seit 2012 ist demnach die Verordnung risikoreicherer Verhütungs-Pillen bei jungen Frauen bundesweit gesunken. In MV liegen die Zahlen jedoch über dem Durchschnitt.

Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern verordnen jungen Frauen überdurchschnittlich oft Verhütungs-Pillen mit einem höheren Risiko für Thrombosen und Embolien. 59,3 Prozent der Pillen im Land gehören in die risikoreichere Klasse, wie die AOK Nordost am Dienstag mitteilte. Aber auch Brandenburg (58,3 Prozent) und Berlin (56 Prozent) liegen über dem Bundesdurchschnitt von 55 Prozent. Die AOK beruft sich auf eine aktuelle Analyse von Verordnungsdaten der Gesetzlichen Krankenversicherungen, die dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) vorliegen.

Wahrscheinlichkeit von Thrombosen erhöht

Seit 2012 ist demnach die Verordnung risikoreicherer Verhütungs-Pillen bei jungen Frauen bis 20 Jahre im Durchschnitt bundesweit auf 55 Prozent gesunken. Nur für diese Altersgruppe liegen Verordnungsdaten vor, da empfängnisverhütende Medikamente in der Regel später nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Die Wirkstoffkombinationen der risikoreicheren Antibabypillen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel in den Venen, sogenannte Thrombosen.

Besonders hoch ist die Gefahr, an einer Thrombose zu erkranken, im ersten Jahr der Anwendung der Pille und bei erneuter Anwendung nach einer Pause von mehr als vier Wochen. Auch Rauchen und Übergewicht erhöhen die Gefahr. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, jungen Frauen, die das erste Mal die Pille nehmen, Präparate mit einem geringeren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien zu verschreiben.

Typische Merkmale einer Thrombose oder Embolie

Frauen, die die Pille einnehmen, sollten auf typische Merkmale einer Thrombose oder Embolie achten und umgehend einen Arzt konsultieren, wenn sie entsprechende Anzeichen erkennen. Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose sind starke Schmerzen im Bein, Schwellungen des Beines sowie ein Spannungs- oder Schweregefühl im Bein. Auch eine bläulich-rote Verfärbung oder Glänzen der Haut am Bein kann auf eine Thrombose hindeuten. Typische Symptome einer Lungenembolie sind plötzliche Atembeschwerden oder Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz, Herzrasen und unerklärlicher Husten.