Die Universitätsmedizin Rostock ist in die Schlagzeilen geraten. Die Klinikleitung hat jetzt auf einen Brandbrief von &Au
Die Universitätsmedizin Rostock ist in die Schlagzeilen geraten. Die Klinikleitung hat jetzt auf einen Brandbrief von Ärzten reagiert. Bernd Wüstneck
Uniklinik Rostock

Ärzte schlagen Alarm – Klinikleitung reagiert

Die von Ärzten angeprangerte gefährdete medizinische Versorgung an der Uniklinik Rostock hat bei den Verantwortlichen offenbar Wirkung gezeigt. Jetzt sollen schnell Millionen Euro fließen.
Schwerin

Der Anfang August von leitenden Ärzten der Uniklinik Rostock an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Wissenschaftsministerin Bettina Martin (beide SPD) und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) verschickte Brandbrief hat bei den Beteiligten hektische Betriebsamkeit ausgelöst.

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Die Ärzte hatten in dem Schreiben mit deutlichen Worten angemahnt, dass die Universitätsmedizin Rostock (UMR) ihre Aufgaben in der Krankenversorgung für die Region Rostock und als überregionaler Maximalversorger nicht mehr vollständig nachkommen könne. Ursache für die massiven Probleme seien „die akuten Auswirkungen eines ausschließlich auf kurzfristige Einsparun­gen ausgerichteten Sanierungsprozesses, der sich paart mit den zum Teil massiven infrastrukturellen Defiziten an allen Standorten der UMR und dem gleichzeitigen strategischen Ziel der ‚schwarzen Null‘".

Ex-Minister Brodkorb antwortet Ärzten

Laut des Brandbriefes der Ärzte hätten sich die Defizite in den beiden vergangenen Jahrzehnten aufgrund des Fehlens einer nachhaltigen medizinischen und investiven Strategie für die Universitätsme­dizin Rostock aufgebaut. Die unterzeichnenden Ärzte stellen laut eines Berichtes des Ärzteblattes vor allem die Situation in der Pädiatrie heraus. So könne die Kinderklinik der UMR seit dem 1. August 2021 die Akutversorgung von Kindern und Ju­gend­lichen im Großraum Rostock nicht mehr voll aufrechterhalten.

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Mathias Brodkorb, Ausichtsratschef der Universitätsmedizin Rostock und früherer SPD-Finanz- und Bildungsministerin in der MV-Landesregierung, antwortete den Ärzten umgehend. In seinem Schreiben, das dem Nordkurier vorliegt, versichert Brodkorb, dass er die Sorgen sehr ernst nehme und für die offenen Worte danke. „Unter Berücksichtigung des Versorgungsauftrages der UMR und der Weiterentwicklung von Forschung und Lehre bleibt die wirtschaftliche Gesundung der UMR ein wichtiges Ziel. Der Aufsichtsrat hat sich kurzfristig mit der Landesregierung abgestimmt. Sie ist bereit, Ihrer Bitte nach Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftspaktes für die UMR nachzukommen”, heißt es in dem Brief an die Ärzte.

Zwei Millionen Euro zusätzlich im laufenden Jahr

Was das konkret bedeutet, erläutertet Prof. Dr. Christian Schmidt, Vorstandsvorsitzender der UMR, auf Nordkurier-Anfrage: „Klar ist, dass trotz wirtschaftlicher Sanierung die Krankenversorgung stets Vorrang haben muss. Es hat sich gezeigt, dass einer Reihe infrastruktureller Herausforderungen nicht allein durch organisatorische Maßnahmen begegnet werden kann. Deshalb haben Vorstand und Aufsichtsrat sofort reagiert und bereits am 4. August 2021 für das laufende Jahr zusätzlich zwei Millionen Euro und für das nächste Jahr fünf Millionen Euro freigegeben. In diesem Zusammenhang wurde auch die Ausstattung der Kinderklinik verlässlich und einvernehmlich auf 32,85 Stellen festgelegt.”

Der Vorstandschef berichtet, dass in den letzten Tagen und Wochen zahlreiche Gespräche geführt worden seien, um die geäußerten Sorgen aufzunehmen, gemeinsam die erforderlichen Maßnahmen zu entwickeln und auch zeitnah umzusetzen. „An diesem Prozess sind die Chefärztinnen und Chefärzte zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Patienten unmittelbar beteiligt”, versicherte Schmidt.

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