Politikerin verbrannt
AfD beschwert sich über brutale Polizeiruf-Folge

Die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner). Beide Protagonisten im Rostocker Polizeiruf.
Die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner). Beide Protagonisten im Rostocker Polizeiruf.
Sandra Hoever

Ein Rostocker Polizeiruf erregt die Gemüter. Die AfD hat nun eine Programmbeschwerde beim NDR eingereicht. Wie neutral muss das Fernsehen sein?

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Programmbeschwerde beim NDR eingereicht. Grund für die Beschwerde: „In Flammen”, ein Polizeiruf der am 10.Juni zur Erstausstrahlung kam. Mit Ausstrahlung des Krimis habe sich der NDR über das „Neutralitätsgebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinweggesetzt”, schreibt Enrico Schult, Vorsitzender des Landesfachausschusses für Kultur der AfD

Fürwahr, „In Flammen” zeichnet ein düsteres Bild von Mecklenburg-Vorpommern. Gleich zu Beginn wird eine rechtspopulistische Politikerin, Sylvia Schulte, bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Frau kandidiert für die fiktive Partei „FPS” um das Amt der Oberbürgermeisters in Rostock. In der Darstellung der Partei werden bewusst Ähnlichkeiten zur realen Partei AfD inszeniert.

Um den Anschlag auf die Politikerin entspinnt sich dann eine Spurensuche in den rechten Sumpf des Landes. Schulte hatte Beziehung zu völkischen Siedlern, die sich inmitten der mecklenburgischen Provinz niedergelassen haben. In der Küche der Siedler hängt ein Portrait von Adolf Hitler. Der Spielfilm entwerfe das Bild eines „rechten Wutbürgern in seiner trostlosen, natürlichen Umgebung”, fasst die AfD zusammen.

Was im Rundfunkgesetz steht

„Wir fordern den NDR auf, seinem gesetzlich definierten Programmauftrag gerecht zu werden, die Meinungsvielfalt und vor allem die Staatsferne zu gewährleisten”, heißt es in der Pressemitteilung der AfD. Und: „Ein M-V Bashing aufgrund einer starken AfD Präsenz in unserem Bundesland, ist unzeitgemäß und tut unserem Mecklenburg – Vorpommern unrecht.”

Aber was steht wirklich im Rundfunkgesetz? „Der NDR ist in seinem Programm zur Wahrheit verpflichtet”, heißt es dort. „Das Programm dürfe nicht einseitig einer Partei oder Gruppe, einer Interessengemeinschaft, einem Bekenntnis oder einer Weltanschauung dienen.” Vor diesem Hintergrund fühlt sich die AfD diskriminiert.

Dabei beruhigt die Partei auch kein Verweis auf die Kunstfreiheit. „Nach dieser Logik wäre ja jede Beeinflussung der Bürger legitim”, schreibt die Fraktion. Zudem wünscht sie sich gar keine unkritische Darstellung ihrer Partei, sondern vielmehr eine ebenso kritische Darstellung aller anderen politischen Parteien. Am 29.06.2018 ist die Programmbeschwerde beim NDR eingegangen. Eine Stellungnahme des Senders steht noch aus.