NACH WAHLKAMPFREDE

AfD-Chef Holm fordert Rücktritt seines Co-Chefs Augustin

Riesen-Zoff in der AfD in Mecklenburg-Vorpommern: Der eine Landeschef Leif-Erik Holm fordert den Rücktritt des anderen Landeschefs Dennis Augustin. Dieser hatte einige Parteifreunde öffentlich als „Würmer” bezeichnet.
Andreas Becker Andreas Becker
Dennis Augustin ist Co-Landeschef der AfD in Mecklenburg-Vorpommern.
Dennis Augustin ist Co-Landeschef der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Jens Büttner
Schwerin.

Eine Wahlkampfrede des Co-Landesvorsitzenden Dennis Augustin in Rostock-Warnemünde hat einer Zerreißprobe in der AfD geführt. Augustin hatte am vergangenen Donnerstag seine Parteikollegen vor etwa 60 Anhängern für ihr Verhalten am Vortag im Landtag scharf kritisiert. Nach Einschätzung des 48-jährigen Unternehmers aus Ludwigslust hätten seine Parteifreunde im Parlament auf Glückwünsche und Blumen für die frisch vereidigten Politiker verzichten müssen. „Wer sich wie ein Wurm verhält, der darf sich nicht wundern, wenn er wie ein Wurm behandelt wird”, sagte Augustin.

Der Co-Vorsitzende plädierte für ein kompromissloses Vorgehen gegen SPD und CDU, Linke, FDP und Grüne: „Wir sind gekommen, um die Altparteien aus den Ämtern zu jagen”, sagte er bei der Wahlkampfveranstaltung. Schon in der Vergangenheit war Augustin durch aggressive Töne gegen eigene Parteimitglieder aufgefallen.

Leif-Erik Holm: Schaden für die gesamte Partei

Das will sich die übrige Parteispitze jetzt aber nicht mehr bieten lassen. „Interne Kritik ist richtig und notwendig, aber in der Öffentlichkeit, noch dazu im Wahlkampf und vor den Augen der Presse, hat das überhaupt nichts verloren. Von einem Landessprecher darf man erwarten, dass er das weiß und entsprechend handelt. Einzig der Erfolg der Partei hat im Vordergrund zu stehen!”, heißt es in einem Schreiben, das AfD-Landeschef und Leif-Erik Holm und AfD-Fraktionschef Nikolaus Kramer zu Wochenbeginn an „liebe Mitglieder und Förderer” verteilt haben.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Wer meint, sich als Hasardeur betätigen zu müssen, ist bei uns fehl am Platze. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist so nicht möglich. Dennis Augustin sollte die Konsequenzen ziehen. Wer auf einer öffentlichen Wahlkampfveranstaltung vor den Augen der Presse den eigenen Mitstreitern in die Parade fährt und sie mit Würmern vergleicht, schadet der gesamten Partei und disqualifiziert sich selbst.”

Augustin: Standhaftigkeit und Prinzipientreue

Augustin war bereits unmittelbar nach seinen Aussagen vom vergangenen Donnerstag teilweise zurückgerudert. „Ich betone nochmals, dass ich niemanden persönlich als Wurm bezeichnet habe. Es ging mir um aus meiner Sicht völlig inakzeptable Verhaltensmuster, die auch niemals zu Akzeptanz oder Wohlwollen bei unseren Gegnern führen werden, sondern allenfalls zu Verachtung. Wir werden uns den Respekt des Gegners ausschließlich durch konsequentes Eintreten für unsere Ziele und durch Standhaftigkeit und Prinzipientreue erkämpfen”, hatte Augustin in einer Mitteilung an die Mitglieder des Landesverbandes am Sonnabend deutlich gemacht.

Leif-Erik Holm und Nikolaus Kramer haben ihre Sicht der Dinge in einer partei-internen E-Mail geschildert, die dem Nordkurier vorliegt.

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