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AfD entzieht Frontfrau Vertrauen und Listenplatz

Parteitag für eine Personalie: Die Schweriner Spitzenkandidatin Petra Federau hat pikante Details aus ihrer beruflichen Vergangenheit verschwiegen. Nun ist ihre politische Zukunft in der AfD in Gefahr.

Ein berufliches Engagement im Rotlichtmilieu hatte Petra Federau verheimlicht.
Stefan Sauer Ein berufliches Engagement im Rotlichtmilieu hatte Petra Federau verheimlicht.

Petra Federau, die Schweriner Stadtvertreterin der AfD ist der Grund, dass sich 138 Parteimitglieder am Sonnabend im Seebad Binz getroffen haben. Als im Februar die Kandidaten für die Landtagswahl bestimmt wurden, war sie auf Platz 3 der Landesliste gekommen. Kurz darauf wurde bekannt, dass sie ein berufliches Engagement im Rotlichtmilieu verheimlicht hatte. Nun ringt die Partei mit der Frage, welche Konsequenz das haben soll.

„An dieser Hand trage ich meinen Ehering, an dieser einen Ring in Schwarz-Rot-Gold“, hat sie dem Parteitag mit bebender Stimme vorgetragen. „Mein Herz schlägt für dieses Land, für diese Nation. Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug für dieses Volk.“ Die vom Parteiengesetz vorgegebenen Kriterien für die Landtagskandidatur habe sie erfüllt: neben dem Führungszeugnis gehört dazu die Versicherung, nie zu einer extremistischen Partei gehört und keine Lobbyarbeit im Sinn zu haben.

Gleich mehrere Diskussionsredner verlangten den freiwilligen Verzicht Federaus auf ihren Listenplatz. Landesvorstand Matthias Manthei bedauert, dass „Petra Federau nur Nebelbomben zündet“. Zu den Vorwürfen habe sie kein Wort gesagt.

Die Quittung: Unter den 137 Stimmen gab es 84 für die Abwahl von Listenplatz 3 und 47 dagegen. Sechs Parteimitglieder enthielten sich der Stimme. Bevor Petra Federau ging, sagte sie noch, dass ihr die Chance auf Einzug in den Landtag als Direktkandidatin bleibe.