Der Co-Vorsitzende der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, war als junger Mann bei der Jugendorganisation der NPD aktiv. Er bestreitet aber, dort Mitglied gewesen zu sein.
Der Co-Vorsitzende der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, war als junger Mann bei der Jugendorganisation der NPD aktiv. Er bestreitet aber, dort Mitglied gewesen zu sein. Büttner/Deutsche Stimme/NK-Repro
NPD-Affäre

AfD-Landeschef Augustin äußert sich zu JN-Vorwürfen

Der Co-Chef der AfD-MV, Dennis Augustin, steht wegen seiner NPD-Vergangenheit in der Kritik. In einer internen Nachricht spricht Augustin erstmals direkt über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.
Neubrandenburg

Der Co-Chef der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, hat sich in einer internen Nachricht zu dem Vorwurf geäußert, er sei in seiner Vergangenheit Mitglied der Jugendorganisation JN der rechtsextremen NPD gewesen. „Tatsache ist, dass ich kein Mitglied war”, schrieb Augustin am Mittwochabend in einer Mitteilung über WhatsApp, die an verschiedene ihm nahestehende AfD-Mitglieder ging.

In der Nachricht räumte Augustin die Richtigkeit der Angaben ein: „Ich habe mich von 1988 bis circa Ende 1990 in diesen Kreisen bewegt. Und ich habe die JN hier und da unterstützt”, so Augustin. Er bestreitet jedoch, Mitglied der JN gewesen zu sein. „Da ich zur genannten Zeit noch bei meinen Eltern wohnte, konnte ich kein Mitglied werden, denn meine Eltern hatten mir das schlichtweg untersagt. Mir war das 'Hotel Mama' damals aber wichtiger als eine Mitgliedschaft.”

 

 

Zeuge habe politisches Interesse, der AfD zu schaden

Auch bestreitet Augustin eine Mitarbeit in einer Redaktion der rechtsextremen Jugendorganisation. An eine Verantwortlichkeit für den Kreisverband Stormarn der JN will sich Augustin nicht mehr erinnern können. Der Nordkurier hatte am Mittwoch Dokumente veröffentlicht, die diese beiden Sachverhalte untermauern. Zu der Person, die im Nordkurier bezeugte, zusammen mit Dennis Augustin in der JN gewesen zu sein, sagte der AfD-Landeschef: „Dieser Mann war damals ausgemachter Nazi, heute ist er ein Linker, der sich in der 'Flüchtlingshilfe' engagiert. Er hat also ganz offensichtlich ein politisches Interesse daran, der AfD zu schaden”.

Der Landesvorstand der AfD Mecklenburg-Vorpommern wird sich am Freitag mit der Causa Augustin befassen. Nach den Nordkurier-Enthüllungen vergangene Woche hatte AfD-Bundeschef Alexander Gauland bereits die Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens gefordert. Der Bundesvorstand hatte die Personalie aber am Montag an den Landesverband weitergereicht. In MV soll nun darüber abgestimmt werden, ob Augustin die Parteimitgliedschaft entzogen wird, weil er nach Bundessatzung zu „entscheidungserheblichen Fragen falsche Angaben gemacht oder wesentliche Umstände verschwiegen” habe.

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