AfD-Spaltung

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AfD-Landeschef Wildt tritt zurück und aus der Partei aus

Bernhard Wildt, Landesvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, tritt aus der Partei aus.
Bernhard Wildt, Landesvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, tritt aus der Partei aus.
Daniel Bockwoldt

Erst die Spaltung der Fraktion, jetzt der endgültige Abschied: Bernhard Wildt und Christel Weißig ziehen die Reißleine.

Neues Erdbeben bei der AfD: Landeschef Bernhard Wildt tritt als Vorsitzender seiner Partei in MV zurück. Gleichzeitig erklärte der Landtagsabgeordnete seinen Austritt aus der AfD. Das sagte er am Donnerstagmittag dem Nordkurier. Auch seine Parlamentskollegin Christel Weißig verlässt die Partei. Bisher stand Wildt der Landes-AfD gemeinsam mit Leif-Erik Holm vor.

Beide hatten gemeinsam mit den bisherigen AfD-Abgeordneten Matthias Manthei und Ralf Borschke schon am Montag ihren Austritt aus der AfD-Landtagsfraktion erklärt und eine eigene Fraktion „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ gegründet. Manthei und Borschke denken noch über einen Verbleib oder einen Austritt nach: "Wir sind noch im Entscheidungsprozess", sagten sie.

Landeschef Leif-Erik Holm bezeichnete den Rück- und Austritt Wildts als "dringend erforderlich". Nach der Abspaltung von der Fraktion sei "der Verbleib in der AfD weder Wählern noch Mitgliedern zu vermitteln" gewesen. Ihre Landtagsmandate sollten Wildt und Weißig abgeben, forderte Holm. Beide seien über die Landesliste eingezogen, hätten ihre Mandate also für die Partei ausgeübt.

Wildt: Seit Montag zahlreiche Anfeindungen aus der Partei

Letzter Anstoß für den Schritt von Wildt und Weißig war eine Landtagsdebatte am Donnerstagmorgen. Dort wurde die AfD von den anderen Fraktionen aufgefordert, sich von ihrem Ex-Abgeordneten Holger Arppe zu distanzieren. Von Arppe selbst forderte der Antrag, sein Landtagsmandat sofort abzugeben. Dem Ex-AfD-Mann werden Internet-Chats mit Aufrufen zur brachialen Gewalt gegenüber Andersdenkenden zugeschrieben.

Die Reaktionen der AfD-Fraktion in der Debatte und die Rede ihres Abgeordneten Ralf Weber hätten gezeigt, dass dort kein Umdenken eingesetzt habe, sagte Wildt. „Ich dachte sie gehen in sich. Das ist aber nicht passiert“, sagte Wildt. Außerdem hätten sie seit Montag zahlreiche Anfeindungen aus der Partei erreicht, so Weißig und Wildt.

Weber lehnte Offenlegung der Chat-Protokolle ab

Weber hatte in seiner Rede zwar die Arppe zugeschriebenen Gewaltäußerungen und kinderpornografischen Fantasien verurteilt, war aber auf die Beteiligung von zwei weiteren AfD-Abgeordneten an den Chats nicht näher eingegangen. Die von den anderen Parteien geforderte Offenlegung der Chat-Protokolle lehnte er unter Hinweis auf das Post- und Fernmeldegeheimnis ab. Zudem warf Weber SPD und Linke vor, linke Gewalt zu tolerieren.

Der Aufforderung zum sofortigen Mandatsverzicht schlossen sich in einer namentlichen Abstimmung indes auch die Abgeordneten der AfD an. Der in Punkt drei enthaltenen Feststellung, dass „der Fall Arppe“ in der AfD kein Einzelfall sei, schloss sich die AfD mehrheitlich nicht an.

In dieser Woche offenbarten sich auch auf Bundesebene Spaltungen innerhalb der AfD. Die bisherige Bundesvorsitzende Frauke Petry kündigte ihren Austritt an, ebenso ihr Ehemann Marcus Pretzell, bisheriger Landesvorsitzender der AfD in Nordrhein-Westfalen.

 

Kommentare (1)

gegenüber Abweichlern ist in jeder Partei üblich. Darüber muss sich nun wirklich niemand wundern. Viel Spaß Herrn Wildt in der politschen Wildnis!