NPD-AFFÄRE

AfD MV schmeißt Landeschef Augustin aus der Partei

Nachdem bekannt wurde, dass Dennis Augustin in der Vergangenheit Verbindungen in die rechtsextreme Szene hatte, hat der Landesvorstand der AfD MV nun Konsequenzen gezogen.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Der Landesvorstand um Landessprecher Leif-Erik Holm (links) hat dem Co-Vorsitzenden Dennis Augustin die Parteimitgliedschaft entzogen.
Der Landesvorstand um Landessprecher Leif-Erik Holm (links) hat dem Co-Vorsitzenden Dennis Augustin die Parteimitgliedschaft entzogen. Jens Büttner
Neubrandenburg.

Dem Co-Vorsitzenden der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, ist mit sofortiger Wirkung die Mitgliedschaft der Partei entzogen worden. Das entschied am Freitag der siebenköpfige Landesvorstand bei seiner Sitzung in Neubrandenburg. Damit verliert Augustin auch seine Funktionen als Landessprecher in der Partei, die er sich mit dem Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm teilt, und als Chef der AfD-Fraktion im Kreistag Ludwigslust-Parchim.

"Es war keine einfache Entscheidung, aber wir sind mit großer Mehrheit zu dem Ergebnis gekommen, dass Dennis Augustin nicht länger Mitglied sein kann", sagte Holm im Anschluss an die Sitzung. Bei der Entscheidung sei es nicht um die Frage gegangen, was Dennis Augustin vor 30 Jahren, sondern vor drei Jahren bei seinem Parteieintritt getan habe. "Es war zu fragen, ob er in seinem Aufnahmeantrag falsche Angaben gemacht hat. Der Landesvorstand hat dies in Anerkennung der gewonnen Fakten bejaht", so Holm.

Dennis Augustin teilte dem Nordkurier am Freitag in einer Stellungnahme mit, dass es sich bei dem Entzug seiner Mitgliedschaft "um einen von langer Hand geplanten und durchgeführten Schlag handelt, der ausschließlich die politische Beseitigung eines missliebigen Konkurrenten zum Ziel hatte". Er werde "eine Feststellungsklage auf Fortbestehen der Mitgliedschaft mit Eilantrag beim Landesschiedsgericht einreichen und außerdem gegen den Beschluss des Landesvorstands klagen".

Mit der Entscheidung reagierte der Landesverband auf die Enthüllungen des Nordkurier zu Augustins Vergangenheit in der rechtsextremen NPD und ihrer Jugendorganisation JN (Junge Nationalisten). Der Nordkurier hat in den vergangenen Wochen Fotos und Dokumente aus der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme” (DS) veröffentlicht. Diese zeigen, dass Augustin 1989 an einem Ausbildungslager der rechtsextremen Partei im italienischen Iseo teilgenommen hat. Außerdem wurde Augustin dort als Redaktionsmitglied einer DS-Beilage und als Mitverantwortlicher für den Kreisverband Stormarn der NPD-Jugendorganisation JN genannt. Augustin räumte seine rechtsextreme Vergangenheit ein, bestritt aber, Mitglied der NPD oder der JN gewesen zu sein.

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