Der Unternehmer Dennis Augustin, hier beim AfD-Landesparteitag 2017, hat eine Zahlung an den Vize-Chef der Identitären Bewegung, Daniel Fiß, bestätigt. Diese habe aber rein private Gründe, erklärte er.
Der Unternehmer Dennis Augustin, hier beim AfD-Landesparteitag 2017, hat eine Zahlung an den Vize-Chef der Identitären Bewegung, Daniel Fiß, bestätigt. Diese habe aber rein private Gründe, erklärte er. Jens Büttner
Verdächtige Nähe

AfD-Politiker aus MV zahlte an „Identitären“-Vize

Der Co-Vorsitzende der MV-AfD bestätigt eine Überweisung an einen Spitzenmann der „Identitären Bewegung“. Alles rein privat?
Schwerin

Ein führendes Mitglied der vom Verfassungsschutz beobachteten  „Identitären Bewegung“ (IB) hat vom Co-Landeschef der AfD, Dennis Augustin, Geld erhalten. Bei dem Mann handelt es sich um den stellvertretenden Vorsitzenden der  „Identitären Bewegung“, Daniel Fiß, aus Rostock. Augustin hat Fiß am 19. September vergangenen Jahres 1242, 71 Euro überwiesen. Das geht aus Kontoauszügen hervor, die die Internetplattform „exif-recherche“ jetzt veröffentlichte.

Augustin, der als Rechtsaußen der Partei gilt, bestätigte die Zahlung dem Nordkurier. Die AfD hat eigentlich einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der unter Rechtsextremismusverdacht stehenden IB. Außerdem gibt es einen Beschluss des AfD-Bundesvorstandes, in dem es heißt: „Der Bundesvorstand stellt fest, dass es keine Zusammenarbeit der Partei Alternative für Deutschland und ihrer Gliederungen mit der so genannten ‚Identitären Bewegung‘ gibt.“ Gleichwohl hatte ausgerechnet Fiß erst diese Woche mit einem Anstellungsverhältnis beim AfD-Bundestagsabgeordneten Siegbert Droese für Schlagzeilen gesorgt.

„Zahlung aus dem Privatvermögen”

Jetzt also ein neuer Verflechtungsfall zwischen AfD und IB in MV? Augustin wiegelt ab: Er habe das Geld aus seinem Privatvermögen überwiesen – und zwar für geleistete Dienste des Grafikdesigners. „Herr Fiß hat seinerzeit für mich Grafiken etc. für meine Facebook-Seite erstellt“, so Augustin.

Ähnlich hatte auch Droese argumentiert: Fiß war seinen Angaben zufolge seit März befristet für zwei Monate für ein Projekt „im Bereich Grafikdesign und -entwicklung“ bei ihm angestellt.

Der 26-jährige Fiß war früher in der Neonazi-Szene in Mecklenburg-Vorpommern aktiv. Er bewegte sich im Umfeld der „Nationalen Sozialisten Rostock“, später war er Mitglied bei den Jungen Nationaldemokraten, der Nachwuchsorganisation der NPD. Fiß selbst wollte sich auf Nachfrage zur Überweisung Augustins nicht äußern.

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