Vor Bundestagswahl

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AfD-Landeschef Holm zu Spitzenkandidat gewählt

Der AfD-Landeschef, Leif-Erik Holm, tritt bei der Bundestagswahl als Direktkandidat im Wahlkreis von Bundeskanzlerin Merkel an.
Der AfD-Landeschef, Leif-Erik Holm, tritt bei der Bundestagswahl als Direktkandidat im Wahlkreis von Bundeskanzlerin Merkel an.
Stefan Sauer

Die Alternative für Deutschland hat in Mecklenburg-Vorpommern wie erwartet Landeschef Leif-Erik Holm an die Spitze ihrer Wahlliste gesetzt. Fast genauso viel Beifall bekam Enrico Komning, der klar auf Platz zwei kam.

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern zieht mit  Landeschef Leif-Erik Holm und dem Anwalt Enrico Komning an der Spitze in den Bundestagswahlkampf 2017. Der 46-jährige Holm erhielt am Sonntag auf einem Parteitag in Sparow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) 187 von 206 Stimmen, was knapp 91 Prozent entspricht. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Komning setzte sich mit 106 Stimmen klar im ersten Wahlgang gegen fünf andere Bewerber durch, was mit heftigem Beifall quittiert wurde.

Der AfD-Landeschef Holm tritt auch als Direktkandidat gegen Merkel im Wahlkreis 15 im Norden Vorpommerns an. Die Nordost-CDU hatte Merkel am Samstag ohne Gegenkandidaten mit 95 Prozent Zustimmung an die Spitze ihrer Landesliste zur Bundestagswahl gewählt.

AfD will zwei bis drei Abgeordnete in den Bundestag schicken

Den Spitzenkandidaten der Bundes-SPD Martin Schulz nannte Holm "keine Alternative". "Wenn er von sozialer Gerechtigkeit spricht, spricht er wie der Blinde von der Farbe", sagte Holm. Auch Schulz sei ein Vater der Agenda 2010. Der Hoffnungsträger der SPD hatte zuletzt Änderungen an dem Reformpaket ins Gespräch gebracht, das unter Bundeskanzler Gerhard Schröder verabschiedet worden war.

Die AfD rechnet damit, zwei bis drei Abgeordnete in den Bundestag schicken zu können. Bei der Landtagswahl im Herbst 2016 war die AfD mit 20,8 Prozent der Stimmen zweitstärkste Partei im Nordosten geworden und ist die größte Oppositionsfraktion im Landtag.