Chat-Protokolle

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AfD will Ex-Fraktions-Vize Holger Arppe aus Partei ausschließen

Holger Arppe soll in Chat-Protokollen unter anderem Gewaltandrohungen und pädophile Sex-Fantasien geäußert haben (Archivbild).
Holger Arppe soll in Chat-Protokollen unter anderem Gewaltandrohungen und pädophile Sex-Fantasien geäußert haben (Archivbild).
Daniel Reinhardt / dpa

Die Affäre um die Chat-Protokolle des ehemaligen Fraktions-Vize Holger Arppe will nicht abklingen. Der AfD-Landesvorstand zieht nun die Reißleine.

Der Landesverband der AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat entschieden, ein Parteiausschlussverfahren gegen den ehemaligen Vize-Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag, Holger Arppe, in die Wege zu leiten. Dies sei einstimmig vom Vorstand beschlossen worden, teilte Landeschef Leif-Erik Holm am Sonntag mit.

Gewaltandrohungen und pädophile Sex-Fantasien

Im August wurden Chat-Protokolle öffentlich, in denen Arppe unter anderem Gewaltandrohungen und pädophile Sex-Fantasien geäußert haben soll. Nach Bekanntwerden der Chats kündigte er an, sowohl aus der Partei als auch aus der Schweriner AfD-Landtagsfraktion auszutreten.

Am vergangenen Freitag nahm Arppe diese Ankündigung zurück. Dies wiederum sorgte für Wirbel in der Partei. So kündigte ebenfalls am Freitag der Schatzmeister des AfD-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald, Stephan Grabow, an, aufgrund der „fortwährenden Radikalisierung der Partei” aus der AfD auszutreten.

Arppe bestreitet Chat-Aussagen

Mit dem Parteiausschlussverfahren zieht der AfD-Landesvorstand nun die Reißleine. „Im Gegensatz zu früheren Erklärungen bestreitet Arppe alle seine Chat-Aussagen. Das sorgt bei uns für Verwunderung, da wir einen Teil seiner Äußerungen verifizieren konnten. Die Beweislage ist eindeutig”, sagte Holm am Sonntag.

„Wir werden Personen mit solch abstoßenden Gewaltfantasien nicht in der AfD dulden.” Mit seinen „haarsträubenden Aussagen” habe sich Arppe „von einem zivilisierten politischen Diskurs um die besten Argumente” verabschiedet.