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Aktivisten besetzen Eugal-Baustelle bei Wrangelsburg

„Erdgas ist viel schädlicher für das Klima als oft angenommen wird”, meinen Aktivisten. Um darauf aufmerksam zu machen, haben sie am Donnerstag eine Baustelle besetzt.
Anna-Christina Bytom Anna-Christina Bytom
Philipp Schulz Philipp Schulz
Umweltaktivisten haben eine Baustelle für die Gaspipeline Eugal besetzt.
Umweltaktivisten haben eine Baustelle für die Gaspipeline Eugal besetzt. Philipp Schulz
Die Polizei setzt auf Deeskalation und Kooperationsbereitschaft der Besetzter
Die Polizei setzt auf Deeskalation und Kooperationsbereitschaft der Besetzter Philipp Schulz
Wrangelsburg.

Umweltaktivisten haben am Donnerstag bei Wrangelsburg eine Baustelle für die Gaspipeline Eugal besetzt. Damit wolle man den Bau der Trasse verzögern und auf Klimaschäden durch Erdgas aufmerksam machen, teilte die Gruppierung Climate Justice Greifswald mit. Weil sich Personen auf dem Baustellengelände und in den Rohren befänden, hätten die Bauarbeiten angehalten werden müssen.

 

 

„Erdgas ist viel schädlicher für das Klima als oft angenommen wird. Methan, woraus Erdgas hauptsächlich besteht, ist ein deutlich stärkeres Treibhausgas als CO2 und tritt bei Förderung und Transport von Erdgas zwangsläufig in die Atmosphäre aus. Ein Ausbau der Gasförderung verhindert ganz klar das Erreichen der Pariser Klimaziele, Erdgas kann keine Brückentechnologie sein“, sagte eine Aktivistin.

Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gefordert

Luca Kruczynski von der Greifswalder Klimagruppe erklärt die Aktion: Man wolle nicht um jeden Preis den Bau verhindern, sondern durch die Besetzung eine Botschaft in die Welt bringen. Viele redeten über den Kohleausstieg, richtig und wichtig wäre jedoch ein Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, dazu zähle auch Erdgas. Hinzu komme, dass der Bau die schöne Landschaft hier, in der auch die Aktivistetn lebten, "verschandelt" werde. Dazu zähle nicht nur das Festland, sondern  auch der Bodden. 

 

 

Nach Angaben der Polizei waren etwa acht Aktivisten an der Besetzung beteiligt, fünf von ihnen sollen sich in einem der Rohre befinden. Das etwa 1,5 km lange Rohr sei nach Auskunft des anwesenden Bauleiters verschweißt, sodass durch mögliche Sauerstoffknappheit ein Gesundheitsrisiko für die Aktivisten bestehen könnte. Deshalb sei den Personen im Inneren der Pipeline ein Sauerstoffmessgerät gegeben worden. Die Beamten setzten auf Deeskalation und die Kooperationsbereitschaft der Pipeline-Besetzer.

Die Aktion wird durch die Polizeiinspektion Anklam rechtlich als Eilversammlung eingestuft. Die Versammlungsbehörde wurde informiert.

Eugal steht für Europäische Gas-Anbindungsleitung. Dabei handelt es sich quasi um die Verlängerung an Land der Ostseepipeline Nord Stream 2. Bis Ende 2019 soll Eugal fertigstellt sein und dann russisches Erdgas aus der Untersee-Leitung ab Lubmin bis nach Deutschneudorf in Sachsen leiten. Die Gesamtlänge der Eugal geben die Bauherren mit etwa 480 Kilometern an.

Zuletzt war bei den  Bohrungen für die Eugal-Leitungen Schmiermittel ausgetreten. Diese gelangten auch in die Peene

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