Heimat auf der Spur

Alle MV-Kitas bekommen eine Heimat-Schatzkiste

Die Kindergärten in Mecklenburg-Vorpommern bekommen eine vom Land geförderte Heimat-Schatzkiste. Darin finden sich unter anderem Murmeln, Bernstein und plattdeutsche Bilderbücher.
dpa
Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat die Heimat-Schatzkiste für Kindergärten in MV vorgestellt (Archivbild).
Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat die Heimat-Schatzkiste für Kindergärten in MV vorgestellt (Archivbild). Jens Büttner
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Schwerin.

Bernstein und versteinerte Seeigel, plattdeutsche Bilderbücher, eine CD mit historischen Kindertänzen und zwei Trachtenpuppen: Alle 1125 Kitas in Mecklenburg-Vorpommern sollen ab Juli mit der neuen Heimat-Schatzkiste ausgestattet werden, in der diese Dinge und noch vieles mehr zur Geschichte und Natur Mecklenburg-Vorpommerns stecken.

Kinder von der Krippe bis zum Hort sollen so spielerisch erfahren, was ihre Heimat ist und ein modernes Verständnis von Heimat entwickeln, wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Dienstag in Schwerin erklärte. „Heimat ist etwas Wertvolles. Gerade in Zeiten der Globalisierung ist das Bedürfnis aller Menschen nach Heimat gewachsen. Dieses Bedürfnis nach Heimat wollen wir unterstützen – von Klein an“, sagte Martin.

Ostsee für Boote tabu

Der Landesheimatverband ließ für die Schatzkiste eigenes einen Natur- und Landschaftsführer über Mecklenburg-Vorpommern für Kinder schreiben, wie Projektleiterin Antonia Stefer sagte. In dem Buch „Charlie hat den Hut auf” wird Landesgeschichtliches erzählt – vom slawischen Stamm der Ranen auf Rügen bis zur DDR-Zeit, als man nicht einfach mit einem Boot auf die Ostsee fahren durfte. Ein Sack Murmeln soll zu alten Spielen anregen. Ein 300 Seiten starkes Begleitheft für die Erzieher liegt bei.

1500 Heimat-Schatzkisten wurden angefertigt, wie die Vorsitzende des Landesheimatverbandes, Cornelia Nenz, sagte. Damit könne der Bedarf allerdings nicht gedeckt werden. Neben Kitas und Horten sollten möglichst auch alle öffentlichen Bibliotheken eine Kiste bekommen, denn Tagesmütter bekämen sie zum Beispiel nicht und erhielten so Gelegenheit, sie sich auszuleihen.

Anfragen kämen auch schon aus Museen, Jugendherbergen und Landschulheimen. Das Land hat das Projekt nach Martins Worten in den Jahren 2016 bis 2020 mit insgesamt 750.000 Euro gefördert.