Landtagswahl

Alle Spitzenkandidaten in MV im Überblick

Sechs Parteien haben gute Chancen, in den nächsten Landtag von MV gewählt zu werden. Wir stellen sie in Kurzportraits und ausführlichen Interviews vor.
dpa
Das sind die Spitzenkandidaten der Parteien für die Landtagswahl in MV: Simone Oldenburg (Linke), Michael Sack (CDU), Man
Das sind die Spitzenkandidaten der Parteien für die Landtagswahl in MV: Simone Oldenburg (Linke), Michael Sack (CDU), Manuela Schwesig (SPD), Nikolaus Kramer (AfD), René Domke (FDP), Anne Shepley und Harald Terpe (B90/Grüne). NK-Montage mit Fotos von: Danny Gohlke, Jens Büttner, Bernd
Schwerin

Manuela Schwesig (SPD) – Finanzwirtin mit steiler Politkarriere

Selbstbewusst, resolut und kühl kalkulierend durchschritt Manuela Schwesig (47) im Eiltempo alle Ebenen der Politik: Stadtvertreterin in Schwerin, mit 34 Jahren Landessozialministerin, wenige Jahre später dann Bundesfamilienministerin, ehe sie 2017 als erste Frau Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern wurde. Der Wechsel aus Berlin zurück an die Küste war absehbar, kam aber früher als erwartet, weil ihr Vorgänger und politischer Ziehvater Erwin Sellering (SPD) sein Amt krankheitsbedingt abgab. Auch in der Partei machte die Diplom-Finanzwirtin rasch Karriere. 2003 trat die gebürtige Brandenburgerin in die SPD ein. Schon 2009 wurde sie stellvertretende Bundesvorsitzende und galt als Stimme der SPD in Ostdeutschland. Für kurze Zeit stand sie als Teil eines Führungstrios an der Spitze der Bundespartei, von der sie sich nach einer Krebsdiagnose aber wieder zurückzog. Seit 2017 ist Schwesig, die nach eigenen Angaben von der Krankheit genesen ist, SPD-Landeschefin. 1974 in Frankfurt (Oder) geboren, zog Schwesig nach ihrer Heirat 2000 nach Schwerin, wo sie zunächst im Finanzamt, dann im Finanzministerium arbeitete und bis heute mit ihrem Mann und den beiden Kindern lebt.

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Michael Sack (CDU) – Spitzenkandidat mit Bekanntheitsdefizit

Politiker, das bekennt Michael Sack freimütig, sei nie sein Berufsziel gewesen. Er sei in die Politik „reingerutscht”, sagt der 48-Jährige rückblickend und betont, dass ihm diese Arbeit Spaß mache. 2010 wurde der diplomierte Bauingenieur zum Bürgermeister der vorpommerschen Kleinstadt Loitz gewählt und 2018 dann zum Landrat im Kreis Vorpommern-Rügen. Seit August 2020 ist Sack Landesparteichef der CDU Mecklenburg-Vorpommerns und nun auch ihr Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Sack trat die Nachfolge von CDU-Hoffnungsträger Vincent Kokert an, der Anfang 2020 überraschend alle Ämter niedergelegt und die Partei damit in eine tiefe Führungskrise gestürzt hatte, die bis heute nachwirkt. Sack verpasste es, seinen Führungsanspruch zu untermauern und sein politisches Profil zu schärfen. Als Ende 2020 nach dem unfreiwilligen Rücktritt von Lorenz Caffier das Amt des Innenministers frei wurde, griff er nicht zu. Auch in seinem Wahlkampf zeigte er sich eher zögerlich. Sack wurde in Demmin geboren. Seit fast 20 Jahren lebt er in Loitz. Er ist mit einer Lehrerin verheiratet und hat zwei Söhne sowie eine Tochter.

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Nikolaus Kramer (AfD) – Chef einer zerstrittenen Truppe

Der 44 Jahre alte frühere Zeitsoldat der Bundeswehr und spätere Polizeibeamte zog 2016 für die AfD in den Landtag ein, als die Partei im Nordosten aus dem Stand 20,8 Prozent der Stimmen holte. Ein Jahr später übernahm er den Vorsitz der größten Oppositionsfraktion, nachdem Landespartei- und Fraktionschef Leif-Erik Holm in den Bundestag gewechselt war. Der rechtskonservative Kramer, der mit Sprüchen über Farbige und frauenfeindlichen Äußerungen Kritik auf sich zog, hielt mit Mühe eine sehr unterschiedliche und teils zerstrittene Truppe zusammen. Unmittelbar vor seinem Amtsantritt hatten vier Abgeordnete die Fraktion verlassen, weil sie ihnen zu rechtslastig geworden war. Der parteiinterne Streit reicht bis in den aktuellen Wahlkampf, ohne dass der Spitzenkandidat erkennbar dagegen einschritt. Kramer ist geschieden und hat einen Sohn.

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Simone Oldenburg (Linke) – Lehrerin mit scharfer Zunge

Als langjährige Kommunalpolitikerin wisse sie um Folgen und Wirkungen von Landtagsbeschlüssen, sagt Simone Oldenburg. Ihr Handeln im Parlament richte sich daher danach, was unten ankommt. So spart die frühere Schulleiterin nicht mit scharfzüngiger Kritik an der Regierung, trägt – wie jetzt in der Corona-Krise und bei der Werften-Rettung – zuweilen aber auch deren Beschlüsse mit. Seit 2011 sitzt die heute 52-Jährige für die Linke im Landtag. Nach der verlustreichen Wahl 2016 und internen Auseinandersetzungen war sie zur Fraktionschefin gewählt worden, trat aber weiterhin vor allem in ihrer Funktion als bildungspolitische Sprecherin in Erscheinung. Nun muss sie als Spitzenkandidatin beweisen, dass sie ein breiteres politische Spektrum abdecken kann. Oldenburg wurde 1969 in Wismar geboren. Sie ist verheiratet und hat ein Kind. Sie war zunächst als Gymnasiallehrerin tätig und bis 2011 Leiterin einer Regionalschule.

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René Domke (FDP) – Mit dem Rückenwind der Bundespartei in den Landtag

Nach zehn Jahren in der außerparlamentarischen Opposition will René Domke die Liberalen wieder zurück in den Landtag führen und hofft dabei auch auf Rückenwind der Bundespartei. Dem 49-Jährigen wird als Erfolg zugeschrieben, dass der interne Streit nach der herben Wahlniederlage 2011 beigelegt wurde und die Nordost-FDP wieder in ruhigere Fahrwasser kam. Seit 2013 ist Domke Landesparteichef und nun erstmals Spitzenkandidat. Der Diplom-Finanzwirt, der als Leiter der Abteilung Steuerstrafrecht in Schwerin Steuersündern nachspürt, steht nach eigenen Worten für einen Staat, der hoheitliche Aufgaben wahrnimmt, Bürgern weitgehende Freiheitsrechte lässt und Unternehmen nicht mit Bürokratie drangsaliert. Domke ist Stadtvertreter in seiner Heimatstadt Wismar und sitzt auch im Kreistag. Er ist ledig.

René Domke im Interview: Was der Chef der MV-FDP zu liberalen Machtoptionen sagt

Anne Shepley, Harald Terpe – Grüne setzen auf Duo der Generationen

Mit Harald Terpe (67) und Anne Shepley (42) führen ein Mediziner und eine Kommunikationswissenschaftlerin die Liste der Grünen für die Landtagswahl an. Shepley wuchs in Vorpommern auf und studierte in Greifswald, dann zog sie in die Welt bis nach Neuseeland. Vor einigen Jahren kehrte sie zurück und ließ sich in der Nähe von Schwerin nieder. Ihr Ehemann ist Brite, sie hat eine Tochter. Zu den Grünen fand Shepley nach eigenem Bekunden erst im Jahr 2018, seit zwei Jahren sitzt sie für die Partei im Kreistag von Nordwestmecklenburg. Harald Terpe ist politisch deutlich erfahrener. 1954 in Greifswald geboren, trat er 1989 der DDR-Bürgerrechtsbewegung Neues Forum bei. Von 2005 bis 2017 saß Terpe für die Grünen im Deutschen Bundestag und trat dort vor allem als Gesundheitspolitiker in Erscheinung. Terpe ist geschieden und Vater von sechs Kindern.

Interview mit Anne Shepley und Harald Terpe: „Der Wolf stellt keine Gefahr für den Menschen dar”

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Kommentare (10)

Auf dem Wahlzettel stehen aber mehr als nur die etablierten Parteien, die in diesem Artikel vorgestellt wurden. Sieht so eine ausgewogene Berichterstattung aus?
Vermutlich Angst vor den kleinen Parteien?
Ein Schelm Böses dabei denkt

https://kinderrechtejetzt.de/pressemitteilung/

https://m.bild.de/politik/inland/politik-inland/laender-beschliessen-kein-krankengeld-mehr-fuer-ungeimpfte-bei-quarantaene-77742610.bildMobile.html

Einig darüber, Menschen zu nötigen, ihrer Existenz zu berauben, weil sie nicht gewillt sind an einem Genexperiment teilzunehmen.
Ich finde das kriminell, zumal es schon etliche Todesfälle und schlimme Nebenwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gibt.
Spahn ....der ...soll ihn holen und sämtliche Politiker, die die ihre menschenverachtende Fratze zeigen.

Grüne erst recht nicht:

https://www.merkur.de/wirtschaft/tesla-verbot-tiefgarage-kulmbach-parkhaus-elektroauto-hybrid-e-auto-brandgefahr-bayern-zr-90207549.html

Nicht nur, daß Kinder beim Kobaltabbau geschändet werden, die Autos sind brandgefährlich im wahrsten Sinne des Wortes.

die Grüne hat wieder den längsten Hals, im warsten Sinne des Wortes...

Zu klein.
Könnte ich mir bei Unterstützern dieser Weltuntergangspartei eher vorstellen.

Das ist hier die Frage dieser Wahl!

Reihenfolge ist falsch. Zuerst AfD!!!!

grün wählt bekommt die quittung auf dem fuss.....förderung der kinderarbeit extrem hohe sprit preise usw....
GRÜN = KLIMATERRORISTEN !!!!!

Der Nordkurier hetzt in den Zwischenüberschriften und im Text gegen AfD und CDU und jubelt SPD, Linke, FDP und Grüne hoch. Wird sich dann aber gleich wieder entschuldigen, dass das von der DPA kommen würde.
Es gab wohl viel Geld für die Post der SPD dominierten Landesregierung für Maskenverteilung und Impfwerbung. Gleichzeitig im vorauseikendem Gehorsam.