CDU
Amthor verteidigt Ott nach Äußerungen zum dritten Geschlecht

Sascha Ott und Philipp Amthor
Sascha Ott und Philipp Amthor
Jens Büttner/Michael Kappeler/dpa

Der CDU-Landesvize Sascha Ott hat die Lehre vom „dritten Geschlecht” auf Facebook als „Witz” bezeichnet und dafür Kritik geerntet. Jetzt äußerte sich auch Parteifreund Philipp Amthor dazu.

Der vorpommersche CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat seinen Parteifreund Sascha Ott gegen Kritik verteidigt, die dieser durch einen Facebook-Post auf sich gezogen hatte. Ott, der mit Amthor zusammen den „Konservativen Kreis” innerhalb der CDU gründete und im Hauptberuf Oberstaatsanwalt ist, hatte sich vorige Woche im Zuge der Debatte um die umstrittene Karnevalsrede von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hinter die Parteivorsitzende gestellt. Er hatte erklärt, natürlich dürfe man Witze über das dritte Geschlecht machen. Denn, so Ott, das Dritte Geschlecht sei selbst ein Witz.

Für die Äußerung hatte Ott scharfe Kritik von Linken und Grünen auf sich gezogen – mehrere Verbände, darunter der „Christopher Street Day Rostock e.V.” hatten seinen Rücktritt als Staatsanwalt gefordert, weil er sich gegen die inzwischen auch vom Bundesverfassungsgericht anerkannte Existenz eines dritten Geschlechts gestellt habe. Auch die SPD-Jugend „Jusos” reihten sich ein. Deren Landesvorsitzender Yannick van de Sand sagte: „Die CDU MV wäre darin gut beraten auf Distanz zu ihrem stellvertretenden Landesvorsitzenden zu gehen und ihn seiner Funktion zu entheben.”

Ott hatte dies als „absurd” zurückgewiesen, und betont, er akzeptiere intersexuelle Menschen, könne die Vorstellung von einem „dritten Geschlecht” aber nicht mit seinen christlichen Überzeugungen zusammenbringen. Außerdem habe er sich als Politiker und nicht als Staatsanwalt geäußert.

Amthor verweist auf die Evolutionsbiologie

Philipp Amthor, der auch verfassungspolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion ist, nannte die Diskussion um Otts Äußerungen im Gespräch mit dem Nordkurier ebenfalls „absurd”. Weiter sagte er: „Sascha Ott ist ein sehr guter Jurist und stellt die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts überhaupt nicht in Frage.” Wer diesen Vorwurf erhebe, habe die Gerichtsentscheidung entweder nicht verstanden oder gar nicht erst gelesen: „Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber verpflichtet, für Intersexuelle eine neue Option im Personenstandsregister zu schaffen, aber es hat nicht anerkannt, dass die Natur ein „drittes Geschlecht“ geschaffen habe.”

Ohne respektlos gegenüber Intersexuellen zu sein, dürfe man sehrwohl darauf verweisen, dass die Natur im evolutionsbiologischen Sinne nur zwei und nicht mehr Geschlechter geschaffen habe, so Amthor weiter. Mit Bezug auf die drastische Wortwahl Otts, der in seinem Facebook-Beitrag auch eine „Gesinnungsdiktatur” angeprangert hatte, sagte Amthor, Überspitzung gehöre zum politischen Meinungskampf dazu. Gleichwohl empfiehlt auch er: „Wir sollten uns bei diesem Thema alle politisch ein bisschen abregen.”