Trotz Peta-Kritik

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An Schulen in MV werden künftig Angelkurse angeboten

Angeln in der Schule lernen: In Mecklenburg-Vorpommern ist dies künftig möglich (Symbolbild).
Angeln in der Schule lernen: In Mecklenburg-Vorpommern ist dies künftig möglich (Symbolbild).
Bernd Wüstneck

Der Weg ist frei für Angelkurse an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Tierschützer von Peta ist das „Erziehung zur Grausamkeit”.

In Mecklenburg-Vorpommern gehört Angeln fortan zum regulären Angebot an Ganztagsschulen. Der Landesanglerverband unterzeichnete am Montag in Schwerin die dazu notwendige Rahmenvereinbarung für ganztägiges Lernen. „Ganztagsangebote machen den Schulalltag abwechslungsreich. Sie leisten einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit, weil alle Kinder und Jugendlichen davon profitieren”, erklärte Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Im Januar hatten die Dachverbände für Kinder- und Jugendbildung, Kultur, Sport und die Kirchen im Land die Kooperationsinitiative zur Gestaltung der Ganztagsschule gestartet. Laut Ministerium gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 338 ganztägig arbeitende Schulen. Das seien zwei Drittel der staatlichen allgemein bildenden Schulen. Im Schuljahr 2017/2018 hätten knapp 73 000 Schüler die Angebote genutzt.

Kritik von Peta

Die Einbeziehung der Freizeitangler hatte für heftige Debatten gesorgt. Nach Ansicht der Tierschutzorganisation Peta sind schulische Angebote zum Angeln „Erziehung zur Grausamkeit”. Der Landesanglerverband hält dem entgegen, dass er mit seinem Projekt „Angeln macht Schule” das Umweltbewusstsein der Schüler nachhaltig fördert. "Als größter Naturschutzverband in M-V wollen wir unseren Kindern den Weg in die Natur aufzeigen. Du liebst nur, was du kennst und du schützt nur, was du liebst", erklärte Verbandspräsident Karl-Heinz Brillowski.

Auch Basketball in Schulen

Neben dem Anglerverband schloss sich am Montag auch der Basketballverband des Landes der Rahmenvereinbarung für ganztägiges Lernen an. "Ich freue mich über das Engagement der beiden Verbände und darüber, dass sie zu einer größeren Vielfalt von Angeboten beitragen wollen. Auch die Vereine und Verbände haben etwas davon, wenn sie an unsere Schulen gehen. Sie treffen dort auf ihren potenziellen Nachwuchs und können Schülerinnen und Schüler für ihre Aktivitäten begeistern", erklärte Hesse.

Der Präsident des Basketballverbandes, Daniel Havlitschek, hob die "Sozialisierungsfunktion" des Sports hervor. Heranwachsenden könnten wichtige Werte für den Umgang miteinander und für die persönliche Entwicklung vermittelt werden.