FRAKTIONSCHEF BEZIEHT STELLUNG

Holm: An den Vorwürfen ist überhaupt nichts dran

Gegen den neuen AfD-Fraktionschef Leif-Erik Holm gibt es fünf Wahlanfechtungen. Hat er bei den Angaben über seinen Hauptwohnsitz getrickst? Uwe Reißenweber sprach mit dem Politiker.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Gegen die Wahl von AfD-Fraktionschef, Leif-Erik Holm liegen laut Landeswahlleiterin fünf Einsprüche vor.
Gegen die Wahl von AfD-Fraktionschef, Leif-Erik Holm liegen laut Landeswahlleiterin fünf Einsprüche vor. Daniel Bockwoldt
Schwerin.

Der neue Chef der AfD-Landtagsfraktion, Leif-Erik Holm, bestreitet vehement alle Vorwürfe, er habe bei seiner Kandidatur falsche Angaben zu seinem Wohnsitz gemacht. Holms Parlamentsmandat wird durch mehrere Wahlanfechtungen infrage gestellt. Es lägen fünf Einsprüche gegen seine Wahl vor, sagte Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes.

Holm werde vorgeworfen, als Spitzen- und Direktkandidat angetreten zu sein, ohne seinen Hauptwohnsitz mindestens drei Monate vor der Wahl nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt zu haben. Möglicherweise könnte er damit gegen das Landeswahlrecht verstoßen haben.

Aber: „Er wäre nicht auf der Liste gewesen, wenn nicht eine Wählbarkeitsbestätigung des Einwohnermeldeamts vorgelegen hätte“, sagte Petersen-Goes.Laut der Landeswahlleiterin müsse der Rechtsausschuss des neuen Landtages nun die Frage klären, wo sich Holms Hauptwohnung tatsächlich befinde und wie man eine solche definiere. Langt eine Anmeldung als Hauptwohnsitz beim zuständigen Amt oder muss sich auch der Lebensmittelpunkt des Kandidaten in MV befinden?

 

Herr Holm, wo befindet sich Ihr Hauptwohnsitz?

In Klein Trebbow, zehn Kilometer nördlich von Schwerin. In Berlin hat meine Frau noch eine Wohnung, weil sie dort arbeitet. Ich habe auch eine Wahlbenachrichtigung bekommen und eine Wählbarkeits-Bestätigung. Außerdem stand ich im Wählerverzeichnis, als ich am 4. September meine Stimme abgegeben habe. An den Vorwürfen ist überhaupt nichts dran.

Im ersten Interview, dass Sie dem Nordkurier im Jahr 2013 gegeben haben, sagten Sie, Sie leben in Wolgast.

Meine Frau stammt von dort. Damals war ich oft bei ihr, hatte meinen Wohnsitz aber in Klein Trebbow. Ich bin gependelt, weil ich damals ja noch als Radiomoderator bei Schwerin gehabt habe.

Handelt es sich bei den Wohnungen bei Schwerin und in Berlin um Miet- oder Eigentumswohnungen?

Es sind Mietwohnungen.

Und warum sind Sie dann nach Berlin?

Meine Frau hat dort einen Job als Bankkauffrau. Und ich bin nach den Europawahlen im Jahr 2014 Mitarbeiter der neuen AfD-Abgeordneten im Europaparlament, Beatrix von Storch, geworden. Sie hat in Berlin ein Büro. Als man mich dann zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern gewählt hat, habe ich diese Tätigkeit aufgegeben, um mich ganz dem Wahlkampf zu widmen.

Sie sagten jüngst,Ihre Frau und ihr kleiner Sohn werden demnächst zu Ihnen nach Klein Trebbow ziehen. Ist das schon über die Bühne gegangen?

Noch nicht. Meine Frau sucht auch noch einen Job hier, was in ihrem Beruf derzeit nicht leicht ist.

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