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Mordprozess

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Angeklagter von Alt Rehse wieder in Haft

In diesem Haus in Alt Rehse starb Sarah H..
In diesem Haus in Alt Rehse starb Sarah H..
Carina Göls

Erst hieß es, dass von dem Mann keine Gefahr ausgehe, er wurde freigelassen. Nun hat das Oberlandesgericht diesen Beschluss kassiert.

Der nach einem geplatzten Prozess freigelassene Mann aus Alt Rehse, der seine Lebensgefährtin zu Tode gefoltert haben soll, ist wieder in Haft. Der Mann wurde in einem Dorf bei Neubrandenburg festgenommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Grundlage sei ein Haftbefehl des Oberlandesgerichtes Mecklenburg-Vorpommern, das eine Fluchtgefahr für gegeben hält. Damit hatte das OLG eine Entscheidung des Landgerichtes von vor gut einer Woche korrigiert.

Nach Informationen des Nordkurier wurde der Angeklagte in Groß Nemerow festgenommen und in die JVA Neubrandenburg gebracht.

Der Prozess gegen den Angeklagten war wegen Besetzungsschwierigkeiten der Kammer geplatzt. In dem Zuge hatte das Landgericht Neubrandenburg den Angeklagten, der seit zwei Jahren in Untersuchungshaft war, freigelassen. Die Richter sahen keine Fluchtgefahr und meinten, dass von dem Mann keine Gefahr mehr ausgehe. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde beim Oberlandesgericht in Rostock ein, dass nun den Haftbefehl erließ.  Im Dorf Alt Rehse reagierten Einwohner erleichtert auf die Haft-Nachricht.

"Wir waren anderer Meinung als die Richter am Landgericht", erklärte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Vor acht Tagen war der zweite Prozess gegen den Mann wegen Besetzungsschwierigkeiten der Strafkammer geplatzt. Weil ein Richter länger erkrankte und ein weiterer Richter pensioniert wird, hätte das Verfahren nicht mehr vorschriftsgemäß beendet werden können. In einem solchen Verfahren darf zwischendurch nur ein Richter ersetzt werden.

Lebensgefährtin starb 2016 in Alt Rehse

Der Angeklagte soll seine Lebensgefährtin Sarah H. 2016 in seinem Haus im Streit nackt an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt haben. Danach ließ er die 32-jährige Frau gefesselt liegen, wo sie Hunger und Durst litt und später starb. Die Leiche wurde erst zwei Monate später halb verwest gefunden, die genaue Todesursache blieb unklar. Der Mann war im März 2017 in Neubrandenburg wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte einer Revision der Verteidigung stattgegeben und eine Neuverhandlung angeordnet.

Das Landgericht hatte diese Prozess-Neuauflage seit April 2018 in nicht öffentlicher Verhandlung geführt und war weit vorangekommen, bis der Prozess vor einer Woche platzte. Nun soll das Verfahren "in den nächsten Wochen" neu beginnen, erklärte ein Gerichtssprecher. Weil der Mann in Haft sei, müsse "beschleunigt" begonnen werden. Die U-Haft für mögliche Straftäter dürfe nicht durch Probleme bei der Justiz verlängert werden.

Kommentare (2)

Ist der Richter Hellseher, dass er weis, dass keine Gefahr ausgeht .

Was ist denn nun mit dem Vorwurf er sei ein Reichsbürger geworden? Anscheinend hat der Angeklagte eine Anzeige in Washington D.C. vor dem High Court durchgeführt. Nun bin ich aber gespannt, ein tatsächlicher Mörder hebelt über Umwege die BRD-Justiz aus. Wie geht denn sowas? Mir tut vor allem die Autistin Sarah H. Leid, die diesem Psychopathen zum Opfer fiel. Sie hat kaum Freunde im Leben gehabt, außer ihre Puppen.