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Angela Merkels kurze Polit-Satire in Demmin

Zeit für ein Bad in der Menge hatte die Kanzlerin trotz ihres Zeitdrucks. Das freute die anwesenden Gäste.
Zeit für ein Bad in der Menge hatte die Kanzlerin trotz ihres Zeitdrucks. Das freute die anwesenden Gäste.
Stefan Sauer

Vor einem Jahr fehlte sie, da hatte sie ihre Teilnahme am Politischen Aschermittwoch der CDU wegen eines EU-Sondergipfels zur Krim-Krise abgesagt. Seitdem sind die Konflikte nicht weniger geworden. Dennoch fand die Kanzlerin diesmal Zeit für ihre Heimat.

Vergangene Woche flog Angela Merkel (CDU) noch in Friedensmission nonstop durch die Welt. Diesmal genügte eine Stunde Hubschrauberflug vom Kanzleramt in die Peenestadt. Dennoch war ihre Zeit knapp bemessen für den 20. Jubiläums-Aschermittwoch der CDU. Wegen der Ukraine-Krise musste sie früher als gewohnt wieder aufbrechen. Autogramme gab es diesmal keine.

In ihrer nur halbstündigen Rede sparte Merkel kaum ein aktuelles Thema aus, schlug einen Bogen vom freien Welthandel über Euro-Stabilisierung, Griechenland-Finanzkrise, 25 Jahre deutsche Einheit bis zum demografischen Wandel und natürlich zur Ukraine-Konflikt. Dann entwickelte die Kanzlerin in der Bütt Visionen: Digitalisierung und Automatisierung würden bald ganz andere Möglichkeiten schaffen, sagte sie. „Wenn hier der 40. Aschermittwoch gefeiert wird, dann wird es Autos geben, die ohne Fahrer fahren, und zu uns nach Hause kommen Taxis ganz von allein. Auf diese Entwicklung muss sich Deutschland einstellen, auch mit entsprechenden Gesetzen.“

Konkurrenz-Politiker bekommen ihr Fett weg

Mit gewohnt flotten Sprüchen moderierte der EU-Abgeordnete Werner Kuhn wieder durch die Politshow. Die Rede hatte er erst einen Tag zuvor fertig geschrieben, um aktuell zu sein. Trotzdem  musste er zugeben, dass die Ereignisse des Tages sein Büttenkonzept durcheinander gebracht hätten. Notgedrungen wich Kuhn somit auf Uralt-Themen wie, Vogelgrippe und die Olympia-Bewerbung von Warnemünde aus.

Etwas heftigere Breitseite feuerte CDU-Landeschef Lorenz Caffier auf die politischen Konkurrenten und Gegner ab. Den Grünen warf er vor, mit ihrer Forderung nach Legalisierung von Drogen, wohl selbst zu viel geraucht zu haben.

Traditionsgemäß bekam auch Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) wieder ihr Fett ab: Jeden Montag gebe es jetzt in der Presse neue Wochenend-Bilder von ihr, vom Presseball in Berlin oder Hamburg, von der Gala „Ein Herz für Kinder“ oder von der Berlinale. „Unsere Küsten-Barbie ist jetzt eine Tanz-Barbie“, tönte der Minister.

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