Trotz Peta-Kritik
Angelkurse starten an Schulen in MV

Angeln in der Schule lernen: In Mecklenburg-Vorpommern ist dies ab der kommenden Woche möglich (Symbolbild).
Angeln in der Schule lernen: In Mecklenburg-Vorpommern ist dies ab der kommenden Woche möglich (Symbolbild).
Bernd Wüstneck

In den ersten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern steht jetzt Angeln auf dem Stundenplan. Das Projekt „Angeln macht Schule” hat nicht nur Unterstützer, Peta sieht darin eine „Erziehung zur Grausamkeit”.

Nach monatelanger Vorbereitung startet der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern nun an den ersten beiden Schulen im Land sein Angebot „Angeln macht Schule”. In Hagenow (Kreis Ludwigslust-Parchim) und Satow (Landkreis Rostock) werden von der kommenden Woche an Schüler der Klassen 5 und 6 im Rahmen der Ganztagsschule fachkundige Unterweisungen erhalten.

Wie der Anglerverband am Dienstag in Schwerin mitteilte, stehen zunächst Fisch- und Gewässerkunde auf dem Plan. Dabei lernen die Kinder, Fischarten zu unterscheiden und Wechselwirkungen in Ökosystemen zu verstehen.

An Fischereischeinprüfung orientiert

In der Gerätekunde wird der Umgang mit der Angel erlernt, in der Rechtskunde der waidgerechte Umgang mit Fischen. Der Unterricht orientiere sich an den Maßgaben der Fischereischeinprüfung und könne auch zum Erwerb eines Fischereischeins führen, hieß es. In der Pilotphase solle geklärt werden, mit welchen Erwartungen die Kinder kommen und wie das bisherige Konzept umgesetzt werden kann.

Laut Bildungsministerium gibt es in Mecklenburg-Vorpommern etwa 340 ganztägig arbeitende Schulen. Vor einem Jahr hatten die Dachverbände für Kinder- und Jugendbildung, Kultur, Sport und die Kirchen im Land eine Kooperationsinitiative zur Gestaltung der Ganztagsschule gestartet.

Kritik von Peta

Die Einbeziehung der Freizeitangler hatte für heftige Debatten gesorgt. So bezeichnete die Tierschutzorganisation Peta schulische Angebote zum Angeln als „Erziehung zur Grausamkeit”.

Der Landesanglerverband hielt dem entgegen, dass er mit seinem Projekt „Angeln macht Schule” das Umweltbewusstsein der Schüler nachhaltig fördern wolle. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) erhofft sich von der Einbeziehung vieler Verbände abwechslungsreiche Ganztagsangebote.

Kommentare (1)

Ist die Schleppnetzfischerei etwa nicht grausam??! Das frage ich euch, liebe "Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren".