Landeskonferenz

Angeln in Mecklenburg-Vorpommern wird teurer

Die Angler in Mecklenburg-Vorpommern haben einer Preiserhöhung zugestimmt: Vereinsbeiträge und Angelkarten werden teurer. Außerdem wurde die Nutzung von Elektrobooten heiß diskutiert.
Jörg Spreemann Jörg Spreemann
So idyllisch wie auf diesem Bild geht es für die Angler in Mecklenburg-Vorpommern derzeit nicht unbedingt zu. Die Angler haben mit einigen Problemen zu kämpfen
So idyllisch wie auf diesem Bild geht es für die Angler in Mecklenburg-Vorpommern derzeit nicht unbedingt zu. Die Angler haben mit einigen Problemen zu kämpfen Jens Wolf
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Schwerin.

Die Angler in Mecklenburg-Vorpommern müssen ab dem nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen. Auf der Landeskonferenz am Wochenende sprachen sich knapp 70 Prozent der Delegierten für einen Anstieg des jährlichen Vereinsbeitrages von 17 auf 22  Euro aus.

Auch die Angelkarten, die landesweit das Angeln auf Pachtgewässern des Verbandes erlauben, sollen teurer werden. Sie kosten künftig 52 statt 45 Euro.

Die neuen Tarife gelten ab 2020 und waren vom Landesvorstand vorgeschlagen worden. Immerhin knapp ein Drittel der Delegierten sprach sich dagegen aus.

Mehr zum Thema: Angler fängt Riesen-Hecht im Schweriner See.

Geld für die Jugendarbeit

„Das Geld kommt vor allem der verstärkten Jugendarbeit zugute“, sagte Claudia Thürmer, Sprecherin des Landesanglerverbandes. Klar sei, dass für einen Teil der Angler die beschlossenen Beitragserhöhungen schmerzhaft seien.

Als weitere Ursachen für die Preiserhöhung nannte sie die Erweiterung der Angelerlaubnis auf weitere Gewässer und die steigenden Kosten für den Besatz der Gewässer mit Jungfischen.

 

 

Preis für Touristen bleibt gleich

Stabil soll dagegen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums der Preis für den sogenannten Touristen-Fischereischein bleiben. Mit dieser Erlaubnis können Einheimische und Urlauber, die nicht dem Angelverband angehören, derzeit für 24 Euro 28 Tage lang angeln. Für die einzelnen Gewässer müssen aber zusätzlich Angelkarten erworben werden. Pro Jahr werden rund 20.000 Touristenfischereischeine gekauft.

Für Debatten sorgt neben den Preiserhöhungen auch ein weiteres Thema: Die Angler wollen künftig grundsätzlich auf allen Seen und Flüssen mit Elektro-Booten fahren dürfen. Mittlerweile vergehe kaum ein Tag ohne Nachfragen oder Beschwerden zum Thema Gewässer-Elektromobilität, erklärte Verbandssprecherin Thürmer.

Willkür bei Gebühren für Genehmigungen beklagt

Zahlreiche Vereine haben ihren Angaben zufolge lange Listen mit Hunderten von Unterschriften gesammelt. Behörden in den Kreisen lehnten Anträge auf E-Boot-Nutzung teils ohne Begründung ab. Darüber hinaus würden unterschiedliche Gebühren für eine Genehmigung erhoben, die je nach Landkreis zwischen 60 und 330 Euro schwanken. Hier herrsche reine Willkür.

Die Angler schlagen vor, die im Nachbarland Brandenburg seit Jahresbeginn geltenden Bestimmungen zu übernehmen. Dort dürfen grundsätzlich Boote mit einer Leistung von bis zu einem Kilowatt auf allen Gewässern fahren.

Bußgelder drohen

In Mecklenburg-Vorpommern dagegen werden Einzelgenehmigungen fällig, weil laut dem seit 1992 geltenden Wassergesetz des Landes E-Boote auf gleicher Stufe mit Booten mit Verbrennungsmotor stehen.

Werden derzeit Freizeitkapitäne mit E-Booten ohne Genehmigung erwischt, würden Bußgelder von bis zu knapp 300 Euro fällig, kritisierte der Landesanglerverband. Es gehöre zur Attraktivität des Urlaubslandes MV, die Beschränkungen für E-Boote aufzuheben.

Der Landesanglerverband zählt derzeit rund 44.000 Mitglieder und ist nach Kleingärtnern und Fußballern die drittgrößte Interessenvertretung im Land.