Ein Angler hat einem lebenden Fisch den Kopf abgebissen, ein Video von der Tat wurde durch einen Bootsverleih in Stralsund ver
Ein Angler hat einem lebenden Fisch den Kopf abgebissen, ein Video von der Tat wurde durch einen Bootsverleih in Stralsund veröffentlicht. Nun hat der Tierschutzverein Peta Anzeige erstattet. Friso Gentsch
Facebook-Video

Angler beißt lebendigem Fisch Kopf ab – Peta-Anzeige in Stralsund

Ein Mann hat einem gefangenen Fisch vor laufender Kamera den Kopf abgebissen, ein Stralsunder Bootsverleih veröffentlichte das Video. Nun zeigte Peta beide an.
Stralsund

Für manch einen blutige Tradtion, für die anderen Tierquälerei: Nachdem auf der Facebook-Seite eines Stralsunder Angelbootsverleihs ein fragwürdiges Video geteilt wurde, erstattet der Tierschutzverein Peta gleich mehrfach Anzeige.

In dem Video soll ein Mann einem noch lebenden Fisch den Kopf abbeißen, auf diesem herumkauen, um ihn dann ins Wasser zu spucken. Laut Peta soll das Video mit den Worten „Tradition beim ersten gefangenen“ gepostet worden sein. Das Video ist auf der Facebook-Seite des Bootsverleihers nicht mehr zu finden. Die Betreiber wollten sich auf Nordkurier-Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern.

Mehr lesen: Angler sauer über verstümmelte Fische in Neustrelitz

Anzeige gegen Kopfabbeißer und Bootsverleiher

Peta hat gegen den Verantwortlichen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stralsund wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Und nicht nur gegen den vermeintlichen Kopfabbeißer: Da es sich aus Sicht von Peta „um eine regelmäßig für die sozialen Netzwerken ausgeführte 'Tradition' zu handeln scheint”, wurde auch gegen die Geschäftsführung des Angelbootverleihs Strafanzeige erstattet.

Es sei ein Armutszeugnis, sich in den sozialen Netzwerken profilieren zu wollen, indem man fühlenden Tieren den Kopf abbeißt, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining von Peta. „Fische müssen vor dem Töten betäubt werden und Kopfabbeißen ist keine zulässige Tötungsmethode!“, so Breining.

Die Staatsanwaltschaft in Stralsund bestätigt die Anzeigen und hat ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Nun werden Beweise gesichert und geprüft. Der Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sei gegeben, so Oberstaatsanwalt Marc Engelhardt auf Nordkurier-Anfrage.

Landesanglerverband: „Total daneben”

Auch der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern hat von dem Vorfall gehört und verurteilt die Tat scharf: „So ein Verhalten ist total daneben und von solchen Leuten muss man sich klar distanzieren. Wer so etwas macht, sollte auf Lebenszeit den Angelschein verlieren”, stellt Geschäftsführer Axel Pipping klar.

Das Tierschutzgesetz in Deutschland schreibt vor, dass Wirbeltiere nur unter Betäubung und unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden dürfen. Laut Pipping sollen Fische demnach mit einem Schlag auf dem Kopf betäubt und mit einem Herzstich anglergerecht getötet werden.

Laut Ostsee-Zeitung hat der Mann, der das Video aufgenommen hat, dieses nach der Aufmerksamkeit nun gelöscht. Ob es bei Stralsund aufgenommen wurde, ist unklar.

Tierschützer demonstrieren: ▶ Zweiter Peta-Protest an der Müritz gegen Fischzucht

 

zur Homepage