ANGELVEREINE

Angler fordern freie Fahrt für E-Boote in MV

Wer in Mecklenburg-Vorpommern vom E-Boot aus angeln möchte, muss bis zu 2000 Euro für eine Ausnahmegenehmigung bezahlen. Angler laufen Sturm dagegen, doch der BUND stellt sich quer.
Jörg Spreemann Jörg Spreemann
Auf den Brandenburger Seen dürfen E-Boote bis zu einer bestimmten Leistungen ohne Probleme verkehren. In Mecklenburg-Vorpommern geht das noch nicht (Symbolbild vom Groß Schauener See).
Auf den Brandenburger Seen dürfen E-Boote bis zu einer bestimmten Leistungen ohne Probleme verkehren. In Mecklenburg-Vorpommern geht das noch nicht (Symbolbild vom Groß Schauener See). Patrick Pleul
Neubrandenburg.

Die Angler in Mecklenburg-Vorpommern machen Druck auf die Landesregierung: Sie fordern freie Fahrt auf allen Gewässern des Nordostens, wenn ihr Boot von einem kleinen Elektromotor angetrieben wird.

Während in Brandenburg seit Januar E-Boote mit einer Leistung von bis zu einem Kilowatt grundsätzlich auch dort schippern dürfen, wo Motorboote verboten sind, müssen in Mecklenburg-Vorpommern Einzelgenehmigungen eingeholt werden. Dieses Gesetz, das unter anderem den Gemeingebrauch auf Gewässern regelt, ist seit 1992 in Kraft.

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Angelvereine sammeln Unterschriften

Mit teils hunderten Unterschriften auf ihren Listen trommeln örtliche Angelvereine für eine großzügige Regelung wie im Nachbarland. Zugleich hagelt es Beschwerden, weil die Behörden in den Kreisen die immer noch notwendigen Einzelgenehmigungen für E-Boote nach unterschiedlichen Kriterien vergeben werden. So schwanke die Höhe der Gebührenbescheide zwischen 60 und 330 Euro, kritisierte der Landesanglerverband und spricht von „Willkür”.

Besonders restriktiv gehe Nordwestmecklenburg vor, wo die E-Boot-Genehmigungen nur an schwerbeschädigte Antragsteller ausgegeben werden und Kosten von bis zu 2000 Euro entstünden. Eine Freigabe für kleine E-Boote kommen nicht nur dem Wunsch gerade älterer Angler entgegen, sondern sei auch eine Werbung für ein modernes und gastfreundlichen Urlaubswasserland Mecklenburg-Vorpommern.

Landesregierung prüft Forderungen

Bei der Landesregierung sind die Forderungen der Angler angekommen. „Wir prüfen ernsthaft”, so eine Sprecherin des Umweltministeriums. Noch müsse abgestimmt werden, was unter einem kleinen Motorboot zu verstehen sei. Eine Änderung der jetzigen Bestimmungen würde mit der Neufassung des Landeswassergesetzes erfolgen.

„Die Novellierung ist in der Koalitionsvereinbarung bis 2021 vorgesehen und wird durch das Ministerium intensiv vorbereitet”, erklärte die Sprecherin. Voraussetzung für eine Freigabe sei jedoch, dass ein solcher Schritt unter anderem mit dem Naturschutz vereinbar sei.

BUND stemmt sich gegen E-Boote-Erlaubnis

Genau an dieser Stelle hakt der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND ein. „Wir sind gegen eine allgemeine Freigabe auch für kleine E-Boote”, legt sich Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag fest. Allein die damit verbundene Zunahme des Bootsverkehrs sei problematisch.

Auch wenn Elektroboote sehr leise seien, würden zum Beispiel Wasservögel aufgescheucht. Zudem sei zum Beispiel bei Tauchgängen im Schweriner See festgestellt worden, dass an beliebten Angelplätzen unter anderem Müll, Getränkedosen oder abgerissene Ausrüstung den Gewässerboden verunreinigen. „Wir sind dafür, dass es bei den Einzelzulassungen bleibt. Aber nach einheitlichen Regen im ganzen Land”, meinte Cwielag.

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