Sportboot-Unfälle
Angler vor Poel weiter vermisst

In diesem Jahr kamen bereits mehrere Männer bei Sportbootunfällen in MV ums Leben.
In diesem Jahr kamen bereits mehrere Männer bei Sportbootunfällen in MV ums Leben.
Bernd Wüstneck

Von den beiden seit über einer Woche in der Ostsee vermissten Anglern aus Sachsen gibt es weiter keine Spur. In diesem Jahr gab es besonders viele tödliche Sportboot-Unfälle.

„Wir suchen noch im Rahmen der Streifenfahrten im Seegebiet vor der Insel Poel und an den Ufern“, sagte ein Wasserschutzpolizeisprecher in Wismar am Freitag. Bisher seien aber weder das Boot, noch andere Ausrüstungsgegenstände von den beiden vermissten Anglern aus Sachsen aufgetaucht. Die 42 und 61 Jahre alten Männer waren am 10. Dezember am Ufer bei Boiensdorf in Nordwestmecklenburg mit einem Motorboot gestartet. Als sie nicht wieder zurückkamen, alarmierten Bekannte abends die Polizei und Rettungskräfte. Die Suche bei stürmischem Wind blieb aber erfolglos.

Angler auf Schweriner Innensee gerettet

Mehr Glück hatte am Donnerstagabend ein 50-jähriger Angler auf dem Schweriner Innensee. Sein Boot war gekentert und trieb kieloben. Ein Passant bemerkte es und fast zeitgleich wurde der Angler von seiner Frau als vermisst gemeldet. Nach sechs Stunden Suche hörten die Beamten schließlich Hilferufe von einer Insel im Innensee und konnten den Mann retten. Sein Kommentar: „Jetzt werde ich wohl erst mal Angelverbot bekommen.“

Viele tödliche Sportboot-Unfälle in diesem Jahr

Zusammen mit dem Vermisstenfall vor der Insel Poel könnte 2015 zu einem schwarzen Jahr für Sportbootfahrer werden. Wie ein Polizeisprecher sagte, kamen bis Anfang Dezember bei 212 Sportbootunfällen in Mecklenburg-Vorpommern bereits acht Männer ums Leben, darunter mindestens vier Angler. Ein ähnlichen Fall wie bei Poel hatte sich Anfang September vor Kühlungsborn ereignet. Dort waren zwei Berliner trotz Sturms zum Angeln gefahren und verunglückt. Die Leichen wurden wenige Tage später an Land gespült. 2014 hatte es keinen tödlichen Sportbootunfall gegeben, 2013 waren fünf Menschen bei solchen Unfällen gestorben.

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