Warum die Gefangenen in der JVA Bützow aneinander gerieten, ist noch unklar. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Warum die Gefangenen in der JVA Bützow aneinander gerieten, ist noch unklar. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Jens Büttner
Gefängnis Bützow

Angriff mit Rasierklinge – Gefangener und Justiz-Mitarbeiter verletzt

Ein Streit unter Gefangenen in der JVA Bützow endete mit einer schweren Verletzung. Einer der Männer hatte sich offenbar eine Waffe gebaut oder beschafft.
Butzow

In der Justizvollzugsanstalt Bützow ist es am vergangenen Freitag zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Gefangenen gekommen, bei dem ein Insasse und ein Mitarbeiter des Gefängnisses verletzt wurden.

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Mit Rasierklinge attackiert

Als Angriffswerkzeug kam eine Rasierklinge zum Einsatz. Den Vorfall bestätigte jetzt Sandro Smolka, Pressesprecher im Justizministerium, auf Nachfrage. Seinen Angaben zufolge gerieten die drei Gefangenen, ein 38-, ein 22- und ein 23-Jähriger, gegen 14 Uhr aus noch nicht abschließend geklärten Gründen aneinander.

Häftling schwer verletzt

Bei dem Angriff wurde der 22-jährige Afghane durch ein „selbst hergestelltes Stichwerkzeug“ verletzt. Gemeint ist damit eine umfunktionierte Rasierklinge. Zur Erklärung: Den Insassen werden von der Haftanstalt Einmalrasierer ausgegeben. Dieser sei manipuliert worden, hieß es. Durch sofortiges Eingreifen der Bediensteten konnte dem tatverdächtigen 38-jährigen Gefangenen die Waffe entrissen und dieser in den besonders gesicherten Haftraum gebracht werden.

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Staatsanwaltschaft ermittelt

Bei dem Einsatz verletzte sich einer der Angestellten leicht. Der mit der Rasierklinge angegriffene und schwer am Hals verletzte 22-Jährige musste von Rettungskräften behandelt und zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden. „Die Verletzungen des Gefangenen stellten sich nach Behandlung als nicht lebensbedrohlich dar, so dass dieser zwischenzeitlich wieder in die JVA gebracht werden konnte“, erklärte Ministeriumssprecher Smolka. Gegen den tatverdächtigen 38 Jahre alten Gefangenen sowie einen weiteren 23-jährigen syrischen Gefangenen wurden besondere Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren ist bereits eingeleitet worden.

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