Zwölf Messerstiche
Anklage fordert für Güstrower lebenslange Haft

Wegen Mordes an seiner Ex-Freundin soll ein Güstrower Unternehmer nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang ins Gefängnis.
Wegen Mordes an seiner Ex-Freundin soll ein Güstrower Unternehmer nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang ins Gefängnis.
Bernd Wüstneck

Eine Frau wird in ihrer Badewanne umgebracht. Vor Gericht steht der Ex-Freund. Die Staatsanwaltschaft will ihn wegen Mordes lebenslang im Gefängnis sehen.

Wegen Mordes an seiner Ex-Freundin soll ein Güstrower Unternehmer nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang ins Gefängnis. Die Ankläger sahen es am Mittwoch vor dem Landgericht Rostock als erwiesen an, dass der 40 Jahre alte Mann Anfang März seine ehemalige Lebensgefährtin in ihrer Badewanne aus Eifersucht erstochen und ertränkt hat.

Die 36-Jährige hatte sich ein halbes Jahr zuvor von ihm getrennt. Danach soll er sich über ein falsches Facebook-Profil ihr Vertrauen erschlichen und kurz vor der Tat erfahren haben, dass sie sich endgültig von ihm losgesagt hatte. Der Angeklagte hatte sich einige Stunden nach der Tat der Polizei gestellt. In ersten Vernehmungen berichtete er, seine ehemalige Lebensgefährtin sei in einem heftigen Streit auf ihn losgegangen, als sie gemerkt habe, dass er und nicht der vermeintliche Facebook-Freund, den die Getötete noch nie gesehen hatte, der Verabredung zu einem nächtlichen Treffen gefolgt war.

Er habe sich gewehrt und sie im Affekt getötet. Die Staatsanwaltschaft wies die Darstellung zurück. Es habe keinerlei Kampfspuren in der Wohnung gegeben. Der Angeklagte hat sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft vermutlich mit einem Schlüssel Zutritt zur Wohnung verschafft und seine Ex-Freundin in der Badewanne überrascht. Ohne dass sie schreien konnte, soll er sie unter Wasser gedrückt und mehrfach mit einem Gemüsemesser auf sie eingestochen haben.

Danach säuberte er laut Anklage Wohnung und Leiche. Außerdem verschickte er von ihrem Handy in ihrem Namen Nachrichten, angeblich um vorzutäuschen, dass sie noch lebt. Die Verteidigung wird am 18. Dezember plädieren. Das Urteil soll am 21. Dezember verkündet werden.