STRAFTAT VERTUSCHT?

Anwälte der beschuldigten Polizisten bekommen Akteneinsicht

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Rostock gegen drei leitende Polizeibeamte gehen in die Verlängerung. Die Vorwürfe sind schwerwiegend.
Andreas Becker Andreas Becker
Während die Ermittlungen weiter laufen, sind die beschuldigten Beamten in der Zwischenzeit innerhalb der Polizei versetzt
Während die Ermittlungen weiter laufen, sind die beschuldigten Beamten in der Zwischenzeit innerhalb der Polizei versetzt worden (Symbolbild). Jens Büttner
Schwerin.

Die Polizei sollte laut Gesetz Straftaten verhindern beziehungsweise aufklären. In Mecklenburg-Vorpommern aber ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock seit mehr als zwei Jahren gegen drei Polizeibeamte, die versucht haben sollen, eine von einem Kollegen begangene Straftat zu vertuschen. „Strafvereitelung im Amt“ – so lautet der offizielle Vorwurf. Es geht konkret um einen Fall von häuslicher Gewalt.

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Lange Zeit hatte die Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit verdeckt ermittelt, um die komplexe Aufklärung innerhalb von Polizeikreisen möglichst nicht zu gefährden. Erst durch Recherchen des Nordkurier kamen die Vertuschungs-Vorwürfe ans Licht der Öffentlichkeit.

Polizisten wurden versetzt

Mittlerweile haben sich die Beschuldigten Anwälte genommen, um sich juristisch vertreten zu lassen. Die Anwälte haben laut Staatsanwaltschaft Rostock jetzt Akteneinsicht beantragt und wollen anschließend ihrerseits Stellung nehmen. „Wir haben den Anwälten entsprechende Fristen zum Vortrag gewährt. Es könnte jetzt rund zwei Monate dauern, bis alles vorliegt“, hieß es von der Staatsanwaltschaft auf Nordkurier-Nachfrage.

Während die Ermittlungen weiter laufen, sind die beschuldigten Beamten in der Zwischenzeit innerhalb der Polizei versetzt worden. Einer von ihnen wurde sogar trotz der schwer wiegenden Vorwürfe „befördert“ – zum Ausbilder an der Polizeihochschule Güstrow. Wobei das Innenministerium stets betont, dass die Versetzung völlig unabhängig von den Vertuschungs-Vorwürfen veranlasst worden sei.

Im übrigen nicht das erste Mal, dass ein umstrittener Beamter in Güstrow Karriere macht. Bereits im Jahr 2014 kam ein wegen Körperverletzung vorbestrafter Polizist als Dozent an die Polizeihochschule.

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