Windpark
Arbeiten für weitere Offshore-Stromtrasse in Ostsee gestartet

Nach der Stromtrasse «Ostwind 1» bereitet 50Hertz die Verlegung einer zweiten Anbindung vor.
Nach der Stromtrasse „Ostwind 1” bereitet 50Hertz die Verlegung einer zweiten Anbindung vor.
Stefan Sauer

50Hertz bereitet die Verlegung einer zweiten Anbindung vor. Sie soll zwei Windparks anbinden, die vor der Insel Rügen gebaut werden sollen.

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz bereitet die Verlegung einer weiteren Offshore-Stromanbindung in der Ostsee vor. 50Hertz begann östlich der Insel Rügen mit der Munitionsortung auf dem künftigen Trassenkorridor für die Trasse „Ostwind 2”. Mit einer Leistung von 750 Megawatt sollen die Kabel weitgehend parallel zur Stromanbindung „Ostwind 1” verlaufen, über die der Strom aus den Windparks „Wikinger” und „Arkona” an die Küste bei Lubmin geführt wird.

Die Bundesnetzagentur hatte im April den Unternehmen Iberdrola und KNK Wind GmbH den Zuschlag für den Bau weiterer Offshore-Windanlagen nordöstlich der Insel Rügen erteilt. Für sie werde nun die Stromanbindung vorbereitet, sagte der 50Hertz-Projektleiter Henrich Quick.

KNK hat sein 247 Megawatt-Projekt Arcadis-Ost inzwischen an den belgischen Windkraftentwickler „Parkwind” verkauft. Der Iberdrola-Windpark „Baltic Eagle” wurde mit einer Leistung von 476 Megawatt genehmigt.

2020 soll Verlegung der Stromtrasse beginnen

Die Kosten für die Verlegung von „Ostwind 2” beziffert 50Hertz auf rund 1,5 Milliarden Euro. Es ist damit genauso teuer wie das Vorgängerprojekt „Ostwind 1”. In den vergangenen Wochen haben Schiffe und Tauchroboter auf dem Verlegekorridor 15 Kampfmittel aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg geortet. Für diese werde derzeit ein Räumungskonzept erstellt, sagte Quick. Die Beseitigung beziehungsweise Sprengung soll noch im Herbst erfolgen.

Mit der eigentlichen Verlegung der Stromtrasse will 50Hertz im Jahr 2020 beginnen. Dazu würden drei parallele Kabel mit einer Leistung von je 250 Megawatt im Meeresboden verlegt. Die Kabel haben je nach Standort der Windparks eine Länge von 86 und 97 Kilometer. Genehmigt wurde das Vorhaben bereits 2015 – zusammen mit dem Bau von „Ostwind 1”, wie Quick sagte.

Über die Trasse soll von 2022/2023 an Strom an die Küste nach Lubmin am Greifswalder Bodden geführt werden. Dort betreibt 50Hertz ein Umspannwerk. Neben den beiden Offshore-Stromkabeln landen in Lubmin die Nord-Stream-Pipelines an, durch die russisches Erdgas nach Deutschland transportiert wird.