OST-LÖHNE

Arbeitnehmer in MV verdienen am wenigsten und arbeiten mit am längsten

Neue Zahlen verdeutlichen: Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall verdienen ostdeutsche Arbeitnehmer noch immer deutlich weniger als ihre westdeutschen Kollegen – am ungerechtesten ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern.
dpa
Die Lohnlücke zwischen Ost und West klafft weiter gewaltig.
Die Lohnlücke zwischen Ost und West klafft weiter gewaltig. Oliver Berg
Schwerin.

Beschäftigte im Nordosten verdienen auch 30 Jahre nach der Wende deutschlandweit am wenigsten und arbeiten dennoch mit am längsten. 1357 Stunden verbrachte jeder Arbeitnehmer in MV 2018 durchschnittlich bei der Arbeit. Nur in Thüringen und Sachsen-Anhalt waren es noch mehr, wie aus Daten der Statistischen Ämter von Bund und Ländern hervorgeht, die die Linke-Bundestagsfraktion ausgewertet hat. Der durchschnittliche Bruttoverdienst im Nordosten betrug demnach 28 520 Euro – so wenig, wie in keinem anderen Bundesland. Damit hat sich ein langjähriger Trend verstetigt.

 

 

 

Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann sagte, fast 30 Jahre nach der Wende halte die Spaltung am Arbeitsmarkt an. Von gleichwertigen Lebensverhältnissen könne nicht gesprochen werden. Es sei inakzeptabel, dass die Bundesregierung sich offensichtlich mit einem „Sonderarbeitsmarkt Ost“ abgefunden habe. Wichtig für eine weitere Angleichung sei eine Stärkung der im Osten deutlich schwächeren Tarifbindung – besonders durch leichtere Regeln, Tarifverträge für allgemeinverbindlich für Branchen zu erklären. Die Linke fordert zudem eine Mindestlohn-Erhöhung auf 12 Euro die Stunde.

Bundesdurchschnitt um fast 7000 Euro höher

Am wenigsten Arbeitsstunden leisteten der Statistik zufolge die Beschäftigten im Saarland (1269), in Rheinland-Pfalz (1275) und Nordrhein-Westfalen (1276). Der bundesweite Schnitt liegt bei 1305 Stunden. Bei den Löhnen und Gehältern je Arbeitnehmer ist weiterhin Hamburg Spitze mit 41 785 Euro brutto im vergangenen Jahr. Es folgen Hessen (38 779 Euro) und Baden-Württemberg (37 818 Euro). Bundesweit waren es 35 229 Euro je Arbeitnehmer.

Als Hintergrund gelten vor allem strukturelle Unterschiede in Ost und West. So spielen in den alten Ländern Minijobs mit vergleichsweise wenigen Stunden eine größere Rolle. Dazu kommen Tarif-Unterschiede. Wochenarbeitszeiten von 40 Stunden hatten im Westen noch acht Prozent der Tarifbeschäftigten, im Osten aber 40 Prozent, wie eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung von 2017 ergab. Einfluss haben auch die Zahl der Feiertage und der Anteil von Voll- und Teilzeit. Wie hoch Verdienste regional ausfallen, kann auch davon abhängen, ob es Firmen mit gut bezahlten Jobs gibt. Nach wie vor fehlen im Osten Konzernzentralen mit besser bezahlten Positionen.

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Kommentare (3)

Warum müssen die Medien ob das jetzt der Nordkurier und N-tv oder sonst wer ist uns Leuten in MV immer wieder vorzeigen wie Blöd wir doch sind und viel Arbeiten gehen und Wenig dafür Verdienen ?? Ich kann es langsam nicht mehr ertragen gefühlt jede Woche dies zu lesen.. Sollen wir einen Aufstand anzetteln damit sich das ändert oder was wollt ihr Medien damit bezwecksen. Ändern wird sich dur euer Geschreibsel nichts !

ist das einzige, das hilft. Erst die Verknappung lässt die Löhne wieder steigen. Ein Aufstand nützte gar nichts!

war schon immer Agrarland - Industrie- Armee, Wirtschaftsschwerpunkte wie Werften, Motoreninstandsetzung Großbetriebe usw.wurden abgeschafft und zerschlagen - bedankt euch bei der Politik - auf Respekt für Arbeit Person und Leistung oder bessere soziale Lebensbedingungen in diesem Lande wartet ihr vergebens - oder wird das nicht gesehen - dafür braucht ihr ein passendes Parteibuch oder 2ten Pass war vor 10 Jahren schon so