Nach Beschwerde
ARD retuschiert Anti-AfD-Aufkleber aus Polizeiruf

Die ARD hat die Aufkleber inzwischen aus dem "Polizeiruf" entfernt.
Die ARD hat die Aufkleber inzwischen aus dem „Polizeiruf” entfernt.
Schoenwiese,Christoph

Nur wenige Sekunden waren Anti-AfD-Aufkleber im Rostocker „Polizeiruf” zu sehen. Dann beschwerten sich AfD und Junge Union – das Erste reagierte.

Die ARD hat Aufkleber, auf denen „FCK AFD” und „Nazi verpiss dich” stand, aus der Folge des Rostocker „Polizeiruf” entfernt. Das berichtet das Nachrichtenportal "Spiegel online" berichtet. Die Folge „Für Janina” wurde am 11. November ausgestrahlt. In einer Erklärung teilte die ARD mit: „Der NDR-Film 'Für Janina' aus der Reihe 'Polizeiruf 110' ist für eine weitere Ausstrahlung einer digitalen Bildbearbeitung unterzogen worden. In einigen sehr kurzen Sequenzen war unbeabsichtigt im Hintergrund ein kleiner Anti-AfD-Aufkleber zu sehen.”

Die Nachbearbeitung sei laut ARD aber nicht aufgrund der AfD-Beschwerde geschehen. NDR-Sprecherin Lara Louwien teilte auf Nachfrage der „Neue Westfälische” mit: Es habe eine Presseanfrage gegeben, die die Verantwortlichen beim Sender überhaupt erst auf die Aufkleber aufmerksam gemacht habe.

Die Aufkleber und Poster waren im Rostocker „Polizeiruf” im Büro von Ermittlerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) zu sehen. Sie hingen an der Wand und waren nur klein im Hintergrund – für wenige Sekunden – im Bild. Doch diese kurze Zeit reicht aus, um den Unmut der AfD und der Jungen Union auf sich zu ziehen.

Drehbuchautor weist AfD-Kritik zurück

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hatte daraufhin eine Programmbeschwerde beim NDR eingereicht. „Im am Sonntag ausgestrahlten Rostocker Polizeiruf wurden immer wieder Antifa-Plakate und Anti-AfD-Aufkleber eingeblendet. Offenbar gehört es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern jetzt zum guten Ton, ganz offen Antifa-Propaganda zu verbreiten und gegen die AfD zu pöbeln”, sagte der Stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag und Landessprecher der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm.

Drehbuchautor und Regisseur Eoin Moore wies die Kritik zurück. Katrin König vertrete im "Polizeiruf" ein linkes Weltbild. "Ihre Büroeinrichtung mit Pinnwand und Notebook gibt es von Anfang an. Die Gesinnung von Frau König ist seit der ersten Folge an ihren Charakter gebunden", sagte Moore: "Wie bei jedem anderen Menschen auch bildet ihr Arbeitsumfeld ihre Haltung ab."

Es ist nicht das erste Mal, dass die AfD beim Sonntagskrimi der Landesrundfunkanstalt offenbar gern ganz genau hinschaut. Mitte Juni war der Parteivorwurf im Polizeiruf 110 „In Flammen“ kritisiert worden. Darin ging es um die Darstellung der fiktiven Partei „FPS“ im Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters in Rostock.