Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff waren wegen mehrerer Thrombosefälle in Deutschland und anderen EU-Staaten ausgese
Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff waren wegen mehrerer Thrombosefälle in Deutschland und anderen EU-Staaten ausgesetzt worden (Archivbild). Jens Büttner
Corona-Pandemie

Astrazeneca-Impfungen in MV – So ist der aktuelle Stand

Nach mehreren Tagen Pause wurden in Mecklenburg-Vorpommern wieder die ersten Impfdosen des Herstellers Astrazeneca verabreicht. Probleme blieben dennoch weiterhin bestehen.
dpa
Schwerin

In Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag die Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vereinzelt wieder aufgenommen worden. Der Impfstoff komme unter anderem in Ludwigslust, Crivitz, Ribnitz-Damgarten und Stralsund zum Einsatz, teilte das Gesundheitsministerium in Schwerin mit. Ein Sprecher des Landkreises Rostock sagte hingegen auf Anfrage, dass der Impfstoff von Astrazeneca dort erst am Montag wieder verabreicht werden soll. Im Rostocker Impfzentrum soll das auch erst dann wieder möglich sein, wie die Stadt berichtete.

In Schwerin und Nordwestmecklenburg waren nach eigenen Angaben am Freitag wieder mobile Teams im Einsatz, die den Impfbetrieb mit Astrazeneca wieder aufgenommen haben. Dort wurden etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kitas und Schulen geimpft. Allein in der Landeshauptstadt waren es demnach rund 380 angemeldete Impfungen. Ob diese Termine auch alle eingehalten worden sind, war zunächst unklar.

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Thrombosefälle in Deutschland

Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff waren wegen mehrerer Thrombosefälle in Deutschland und anderen EU-Staaten ausgesetzt worden. Am Donnerstag bekräftigte die EMA jedoch ihre Einschätzung zur Sicherheit des Corona-Impfstoffs. Zugleich werde eine extra Warnung hinzugefügt vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

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Laut Gesundheitsministerium mussten deshalb 4000 Impftermine im Nordosten abgesagt und neu vergeben werden. Allerdings wurden den Angaben zufolge rund 450 Menschen noch nicht vom Callcenter erreicht. Der Landkreis Rostock berichtete etwa, dass dadurch auch am Freitagmorgen noch Menschen vergeblich vor dem Impfzentrum warteten und entsprechend verärgert waren.

Wer zur Prioritätsgruppe zwei gehört und noch keinen Termin hat, kann laut Gesundheitsministerium vom kommenden Mittwoch an beim Callcenter anrufen und einen Termin vereinbaren. Zu dieser Gruppe gehören etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kitas sowie Grund- und Förderschulen, Polizisten, viele Ärzte sowie über 70-Jährige.

Impfungen bei Haus- und Fachärzten

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) wurden in MV bislang 188.354 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. 126.935 erhielten eine erste Impfung, 61.419 auch eine zweite.

Bei Haus- und Fachärzten sollen laut Ministerium von kommenden Donnerstag an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Praxen geimpft werden können mit Astrazeneca. „Es ist notwendig, dass die Ärztinnen und Ärzte und ihr Personal Eigenschutz bekommen. Im ersten Schritt sollen die Ärzte ihr medizinisches Personal und sich impfen”, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). In den beiden kommenden Wochen sollen die Praxen dafür rund 6000 Astrazeneca-Impfdosen erhalten. Ursprünglich sollten die Impfungen jedoch bereits am kommenden Montag dort beginnen, das zwischenzeitliche Ruhen des Präparats hat dies verzögert.

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Keine weiteren Corona-Lockerungen

Am Montag werden im Nordosten indes keine weiteren Corona-Lockerungsschritte umgesetzt. Das sagte ein Regierungssprecher in Schwerin. In der derzeitigen Corona-Landesverordnung sind mögliche Öffnungsschritte für den 22. März festgehalten. So sollten beispielsweise Außengastronomie und Kinobesuche wieder möglich sein in Regionen mit weniger als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Zuletzt stiegen die Infektionszahlen bundesweit wieder stärker an, daher will die Landesregierung die Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am Montag abwarten. So soll dem Sprecher zufolge vermieden werden, dass Lockerungsschritte kurz danach wieder rückgängig gemacht werden müssen.

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Mehrere Landkreise teilten mit, die möglichen Lockerungen schnellstmöglich nachholen zu wollen. „Wir wollen nächste Schritte in der kommenden Woche ermöglichen, wenn das Signal aus der nächsten Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten am Montag klar ist”, sagte etwa Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos).

Wie geplant stattfinden soll hingegen am Samstag das Heimspiel von Fußball-Drittligist Hansa Rostock, die unter Auflagen 777 Zuschauer ins Ostseestadion lassen dürfen. Mehr dazu lesen Sie hier: Ganz Deutschland schaut ins Rostocker Ostseestadion

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