Unwetter

▶ Am Freitag stürmt es weiter in MV - Zoos geschlossen

Der erste Herbststurm hat in MV zu Dutzenden Feuerwehreinsätzen geführt. Am Freitag werden erneut teils schwere Sturmböen erwartet. Mehrere Zoos haben geschlossen.
Gegen 8.39 Uhr entwurzelte der Sturm in den Sandbergtannen einen mächtigen Ahornbaum.
Am Donnerstag entwurzelte der Sturm in den Sandbergtannen einen mächtigen Ahornbaum. Kai Horstmann
Die Feuerwehr Jarmen musste an den Verbindungsweg Richtung Leussin ausrücken, weil Sturmtief "Ignatz" einen Baum abgebrochen und so die Durchfahrt blockiert hatte.
Die Feuerwehr Jarmen musste an den Verbindungsweg Richtung Leussin ausrücken, weil Sturmtief "Ignatz" einen Baum abgebrochen und so die Durchfahrt blockiert hatte. Stefan Hoeft
Gegen 8.20 Uhr stürzte in Dorothenhof beim Bahnübergang eine Kiefer auf die L 271. Für den Treckerfahrer kein Problem.
Gegen 8.20 Uhr stürzte in Dorothenhof beim Bahnübergang eine Kiefer auf die L 271. Für den Treckerfahrer kein Problem. Kai Horstmann
Schwerin

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet trotz einer ruhigen Nacht für den Freitag an der Küste teils schwere Sturmböen und auch sonst muss sich der Norden und Osten auf windiges Wetter einstellen.

Am Donnerstag hatte das Sturmtief in Mecklenburg-Vorpommern bereits zu Unfällen geführt. Es waren jedoch nicht alle Regionen gleich stark betroffen. Während aus den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Vorpommern Greifswald vor allem umgestürzte Bäume gemeldet wurden, meldeten die Behörden um Neubrandenburg und Rostock kaum Beeinträchtigungen.

Hier sehen Sie ein Video von Sturmschäden in MV am Donnerstag:

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Einen Überblick über die Feuerwehreinsätze und Folgen des Sturms finden Sie in dieser Zusammenfassung: ▶ Herbststurm tobt sich über dem Nordosten aus - sogar Tornado gesichtet

Bei Templin ist während des Sturms der Bahnstrecke nach Eberswalde ein Lokführer von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

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Baum im Gleisbett

Allein im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind die Feuerwehren jedoch zu 81 Einsätzen im Zusammenhang mit Sturmschäden ausgerückt. Nachdem bis zum frühen Nachmittag bereits viele Bäume und Äste von Straßen beseitigt werden mussten, gab es eine zweite Wetterfront zwischen 16 und 18 Uhr, die weitere Schäden – ebenfalls umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste – verursachte. Es sind keine Personen verletzt worden, teilte der Landkreis mit.

Gegen 16.20 Uhr wurde ein Baum im Gleisbett bei Kratzeburg gemeldet, nachdem der Zug aus Berlin in Richtung Waren (Müritz) den Abschnitt zum Glück schon passiert hatte. Witterungsbedingte Unfälle sind der Leitstelle des Landkreises bis gegen 21 Uhr gestern Abend nicht gemeldet worden.

Wie schon am Donnerstag sind auch am Freitag mehrere Zoos im Nordosten wetterbedingt geschlossen geblieben. So hatten die Zoos in Rostock, Schwerin und Stralsund oder auch der Tierpark Wolgast nach eigenen Angaben weiterhin nicht geöffnet. «Die Gefahr in den Waldbereichen ist zu groß, dass herunterfallende Äste Besucher treffen können», teilte der Stralsunder Zoodirektor Christoph Langner mit. Laut Langer können Besucher am Wochenende voraussichtlich wieder in den Zoo kommen. Auch der Zoo Rostock wolle je nach Wetterlage wieder am Samstag öffnen, wie es auf der Website hieß.

Herbststurm bleibt in Deutschland zu spüren

Der DWD meldete, tagsüber seien im ganzen Norden und in der Mitte erneut stürmische Böen oder auch Sturmböen zu erwarten – dazu einzelne Gewitter. Auf den Schienen kommt es nach Angaben der Deutschen Bahn weiterhin bundesweit zu Verspätungen und Zugausfällen. Im Nahverkehr sind besonders Verbindungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland von Einschränkungen betroffen.

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Am Donnerstag hatte das Sturmfeld dem DWD zufolge das gesamte Bundesgebiet umfasst. Starker Wind und orkanartige Böen ließen Bäume umstürzen, sie kippten auf Schienen und Straßen, wo es entsprechend zu Verkehrsbehinderungen kam. Polizei und Feuerwehren rückten zu Hunderten Einsätzen aus. In mehreren Bundesländern wurden Menschen verletzt – etwa als Bäume oder Äste auf Autos stürzten.

Sturmflut in Hamburg

Besonders heftig wütete der Herbststurm im Harz. Nach DWD-Messungen wurden auf dem Brocken Windgeschwindigkeiten um die 150 Kilometer pro Stunde erreicht. In vielen Städten auch außerhalb MVs wurden Zoos und andere Einrichtungen geschlossen, teils wegen der alten und hohen Baumbestände. Auch Parks und Gärten wurden mancherorts sicherheitshalber gesperrt, in Köln ein Teil des Dom-Vorplatzes. Die Bahn schaltete für Fahrgäste eine kostenlose Sonderhotline unter der Nummer 08000 996633.

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In Hamburg setzte eine Sturmflut den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser. Der Scheitel sei am frühen Donnerstagabend mit 1,72 Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Zahlreiche Schaulustige wollten das sehen.

Das BSH warnte, weitere Sturmfluten am Freitag seien nicht ausgeschlossen. Für das Morgenhochwasser würden noch deutlich erhöhte Wasserstände erwartet. Für Hamburg werde am Morgen erneut eine Sturmflut mit etwa 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet. Ähnlich werde es wohl in Nordfriesland aussehen. Auch am späteren Freitagnachmittag sei mit Hochwasser zu rechnen.

Hier sehen Sie das Video "Sturmtief 'Ignatz' hält Teterow nicht vom Laubfegen ab":

[Video]

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