Vorwurf Vetternwirtschaft

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Aufklärung beim DRK zunächst hinter verschlossenen Türen

Beim Deutschen Roten Kreuz in der Seenplatte besteht der Verdacht der Vetternwirtschaft.
Beim Deutschen Roten Kreuz in der Seenplatte besteht der Verdacht der Vetternwirtschaft.
Bernd Weissbrod

Die laut DRK Seenplatte „schwerwiegenden Vorwürfe” sollten bis Mitte Februar geprüft werden. Von Transparenz war im Januar die Rede – jetzt wird zunächst nichtöffentlich geredet.

Werner Kuhn ist das Thema hörbar unangenehm. „Ich bin gerade nicht im Büro. Was im Gutachten steht, weiß ich nicht. Und auch den Namen des Gutachters kann ich Ihnen nicht sagen, den habe ich nicht abgespeichert”, reagiert der DRK-Landesvorsitzende Mecklenburg-Vorpommern am Mittwochmittag auf Fragen des Nordkurier eher unwissend. Kuhn sagt aber zu, in Absprache mit dem DRK-Vorstand den Gutachternamen zu erfragen.

Unabhängig davon hat Kuhn etwas anderes verinnerlicht: Das Ergebnis des laut DRK „unabhängigen Gutachters”, der die Vorwürfe von Vetternwirtschaft und Verquickung von ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern und ihrer privatwirtschaftlichen Haupttätigkeit prüfen sollte, werde im Sozialausschuss des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern am 28. Februar vorgestellt. Darauf habe man sich geeinigt. Dass der Ausschuss hinter verschlossenen Türen tagt, erwähnt Kuhn nicht – wird aber von der Landtagsverwaltung bestätigt.

Und dann nennt das DRK den Gutachter-Namen doch

Ob der DRK-Chef selbst an der nichtöffentlichen Sitzung des Sozialausschusses teilnehmen wird, weiß er noch nicht. „Ich bin ja Abgeordneter des Europäischen Parlaments und habe dort Ende Februar ebenfalls Verpflichtungen.” Ob mit Kuhn oder ohne – für den Sozialausschuss hat auch das Landessozialministeriums einen Bericht zu den Vorwürfen gegen den DRK-Kreisverband Seenplatte angekündigt. Hintergrund: Im Januar hatte das Ministerium darauf hingewiesen, dass es alles genau prüfen und man sich vor Ort schlau machen wolle.

Das hat in der Zwischenzeit auch Werner Kuhn gemacht. Am Mittwochnachmittag lässt er über die DRK-Geschäftsstelle in Schwerin den Namen des vom DRK beauftragten Gutachters mitteilen. Die Trinavis GmbH & Co. KG, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Kiel, durchleuchtet den DRK-Kreisverband Seenplatte.