Nach Schnee-Katastrophe zu Ostern

Ausgebüxte Vögel zurück im Vogelpark Marlow

Der Schaden war enorm, als im Vogelpark Marlow Volieren unter der Last des Schnees zusammenbrachen und viele Tiere flüchteten. Nun gab es ein Happy End.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Überglücklich halten Tierärztin Gudi Haase und Tierpfleger Heiko Wolf die beiden zurückgekehrten Schwarzstörche in den Armen.
Überglücklich halten Tierärztin Gudi Haase und Tierpfleger Heiko Wolf die beiden zurückgekehrten Schwarzstörche in den Armen. Franzi Haase
Auch ein Waldrapp konnte wieder eingefangen werden.
Auch ein Waldrapp konnte wieder eingefangen werden. Franzi Haase
Sehnsüchtig schaut der zurückgekehrte Waldrapp zu seinen Artgenossen im Käfig. 
Sehnsüchtig schaut der zurückgekehrte Waldrapp zu seinen Artgenossen im Käfig. Franzi Haase
Mit frischem Fisch gelang es dem Parkteam, die beiden Schwarzstörche anzulocken und schließlich wieder einzufangen.
Mit frischem Fisch gelang es dem Parkteam, die beiden Schwarzstörche anzulocken und schließlich wieder einzufangen. Franzi Haase
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Marlow.

Daheim ist es doch am schönsten, selbst wenn das Zuhause ein Käfig ist. Das dachten sich vermutlich viele der Vögel, die am Osterwochenende nach einem verheerenden Schneetreiben aus den zusammengebrochenen Volieren entkamen und in die Freiheit davonflogen. Die meisten Tiere, die sich so sehr an ihre Tierpfleger und vor allem an das von ihnen gereichte Futter gewöhnt hatten, kehrten nun mehr oder weniger freiwillig zurück.

Sogar die seltenen und eigentlich sehr scheuen Schwarzstörche fanden wieder den Weg in ihr Zuhause. Eines Tages habe sich das Storchenpaar auf den Kranichwiesen direkt neben dem Vogelzoo eingefunden, sagt Tierärztin Gudi Haase. „Mit leckerem Fisch gelang es uns schließlich, unsere Lieblinge anzulocken und wieder einzufangen.“

Rotmilan nach zwölf Wochen zurück

Heimweh hatte offenbar auch ein Waldrapp. Dem gänsegroßen Ibis hatten seine Artgenossen so sehr gefehlt, dass er sich eines Abends auf einer Bank vor dem Gehege niederließ und in den Käfig hineinschaute. Für die glücklichen Tierpflegern war es dann nicht schwer, das Tier wieder zu seinen Kameraden zu bringen.

Auch ein Rotmilan war seiner zwölfwöchigen Freiheit überdrüssig geworden. Instinktiv kehrte er nach Marlow zurück und beobachtete dort eine der regelmäßig gezeigten Flugshows. Dann flog er direkt auf den Arm seines Tiertrainers und in die sichere Voliere.

„Wir sind überglücklich,“ sagte eine Tierparksprecherin. Die selbstständige Rückkehr der Tiere sei ein Zeichen dafür, dass sie sich hier sicher und gut versorgt fühlten.

Alle Eulen und viele Waldrapps wieder da

In der Nacht zum Ostersonntag waren in dem 1994 eröffneten Vogelpark in Marlow nach einem heftigen Schneetreiben 11 der 28 Vogelvolieren unter der Last des nassen Schnees in sich zusammengebrochen. Viele der Tiere entkamen und flogen in die umliegenden Wälder.

Aus dem ganzen Land waren daraufhin Tierparkfans nach Marlow gekommen, um bei der Instandsetzung der großen Käfige zu helfen. Auch in den Wochen danach zeigten sie sich solidarisch und meldeten den Tierpflegern, wenn irgendwo einige der ausgebüxten Vögel gesichtet wurden. Mittlerweile konnte das Parkteam alle Eulen wieder nach hause holen. Auch von den 37 entflogenen Waldrapps konnten mittlerweile 24 in den unterschiedlichsten Ecken Mecklenburg-Vorpommerns wieder eingefangen werden.

Komplett ist die Vogelschar allerdings noch nicht. Insgesamt 13 Waldrapps, ein Seeadler und zwei Schreiadler sind derzeit noch unterwegs und scheinen ihre ungewollte Freiheit zu genießen.

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Kommentare (1)

ist es ebend doch an schönsten. Auch wenn es nur eine Voliere ist!