Über 2100 Schüler aus der Ukraine sind mittlerweile in den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns angemeldet.
Über 2100 Schüler aus der Ukraine sind mittlerweile in den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns angemeldet. Sebastian Gollnow
Personalnot

Ausländische Lehrer unterstützen in MV als Vertretungskräfte

In MV werden nun auch ausländische Lehrer ohne die sonst geforderten gehobenen Deutschkenntnisse eingestellt. Sie sollen den ukrainischen Schülern das Ankommen erleichtern.
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommern hat die Aufnahme und den Schulbesuch von ukrainischen Schülern in den vergangenen Wochen neu organisiert. An den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in öffentlicher Trägerschaft sind derzeit 2141 ukrainische Schüler angemeldet (Stand: 28. April 2022). Um sie pädagogisch besser zu begleiten, will das Land zusätzlich externe Vertretungskräfte zur Flüchtlingsbeschulung einstellen.

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„Wir freuen uns, wenn sich ukrainische Lehrkräfte für eine Tätigkeit an unseren Schulen interessieren und heißen sie herzlich willkommen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) am Donnerstag. Doch das Angebot als externe Vertretungskraft richte sich laut Ministerin bewusst an alle ausländischen Lehrkräfte, nicht nur an jene ukrainischer Herkunft. Diese Lehrkräfte sollen den geflüchteten Kindern und Jugendlichen das Ankommen leichter machen. Mit diesen Einstellungen würde das Land zusätzliches Personal an den Schulen unbürokratisch und flexibel beschäftigen können.

Auf Nachfrage betonte die Ministerin ausdrücklich, dass diese neuen Lehrkräfte, also auch jene aus der Ukraine, in Mecklenburg-Vorpommern nach den Vorgaben des MV-Lehrplans unterrichten würden – und nicht etwa nach einem ukrainischen Lehrplan. Eine Ausnahme seien Jugendliche in ihrem Abschlussjahr. Sie sollten sich über ukrainischen Online-Unterricht auf ihre ukrainischen Abschlussprüfungen vorbereiten, erläuterte Oldenburg.

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Für die Beschulung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen stellt die Landesregierung über ein Hilfsprogramm 17 Millionen Euro im Jahr 2021 und 24 Millionen Euro im Jahr 2022 zur Verfügung.

Für geflüchtete Lehrkräfte gibt es verschiedene Wege, in den Schuldienst des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingestellt zu werden. Geflüchtete Lehrkräfte haben grundsätzlich die Möglichkeit, im regulären Einstellungsverfahren berücksichtigt zu werden. Personen mit Deutschkenntnissen mindestens auf C1-Niveau können sich auf ausgeschriebene Stellen bewerben, die im Karriereportal für den Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern unter www.lehrer-in-mv.de ausgeschrieben sind.

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Ein zweiter Weg ist die Einstellung als Lehrkraft für das Fach „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ). Mecklenburg-Vorpommern verfügt über eine Grundausstattung von 44 Stellen für DaZ-Lehrkräfte.

Der nun vorgestellte dritte Weg, der vorerst bis zum Ende des Schuljahres 2021/2022 gilt, richtet sich an Lehrkräfte, die über Sprachkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau (sprachidentischer Hintergrund) verfügen wie die ukrainischen Kinder und Jugendlichen. Die Bewerber müssen keine Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau C1 mitbringen, sondern eine grundständige Kommunikation muss möglich sein.

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