Grundschülerinnen sind in einem Kinderhort mit Bastelarbeiten beschäftigt. An die Kinderbetreuung in der Kita soll s
Grundschülerinnen sind in einem Kinderhort mit Bastelarbeiten beschäftigt. An die Kinderbetreuung in der Kita soll sich nahtlos eine ganztägige Betreuung in der Grundschule anschließen. Dafür soll ein bundesweiter Rechtsanspruch für Grundschüler ab 2025 kommen. Uwe Anspach
Kinderbetreuung

Ausreichend Hort-Fachkräfte in MV – aber schlechter Personalschlüssel

Ab 2030 hat jedes Grundschulkind einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung. MV könnte das laut einer Studie schaffen. Das hat einen besonderen Grund.
dpa
Schwerin

Für die Umsetzung des Rechtsanspruches auf einen Hortplatz bis 2030 muss Mecklenburg-Vorpommern im günstigsten Fall keine zusätzlichen Fachkräfte einstellen. Es stünden sogar 300 Beschäftigte für eine bessere Personalausstattung zur Verfügung, ergab eine Studie der Gütersloher Bertelsmann Stiftung. Sollten alle Grundschüler die Hortbetreuung in Anspruch nehmen, müsste die Zahl der Plätze von 43.000 im Jahr 2021 auf 55.000 im Jahr 2027 steigen. Doch dann werde der Bedarf wegen der zurückgehenden Zahl von Kindern auf 52.000 sinken.

Bund und Länder hatten im vergangenen September einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule beschlossen, der schrittweise eingeführt wird. Ab dem Schuljahr 2026/2027 greift die Regelung bei Kindern der 1. Klasse, ab 2029/2030 bei allen Klassen.

Nachholbedarf beim Personalschlüssel

Nach Angaben der Stiftung nehmen zurzeit 75 Prozent der Grundschüler in Mecklenburg-Vorpommern ein Ganztagsangebot wahr. Im Durchschnitt der ostdeutschen Länder sind es 86 Prozent, wie aus dem „Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2022“ hervorgeht, den die Stiftung am Dienstag vorstellte.

Die Autoren der Studie empfehlen, den Personalschlüssel zu verbessern. Zwar sei der nicht im Rechtsanspruch festgelegt, doch Mecklenburg-Vorpommern habe Nachholbedarf. Im Nordosten kommen statistisch 15,5 Kinder auf eine pädagogische Fachkraft. Im ostdeutschen Durchschnitt sind es 14 Grundschüler, in Westdeutschland werden 6 Jungen und Mädchen von einer Erzieherin betreut. Allerdings nutzen im Westen weniger als die Hälfte der Kinder ein Ganztagsangebot.

3800 Erzieherinnen fehlen

Um auf das westdeutsche Niveau zu kommen, bräuchten die Horte in Mecklenburg-Vorpommern rund 5100 zusätzliche Fachkräfte. Sollten jedoch weiterhin nur 75 Prozent der Eltern ihre Kinder in einen Hort schicken, würden 3800 Erzieherinnen fehlen.

Am besten schneiden der Studie zufolge Berlin, Hamburg und Thüringen ab. Dort gibt es bis Ende des Jahrzehnts genügend Personal für die Umsetzung – und das bei einem guten Betreuungsschlüssel.

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